SCHWEINFURT-LAND - Den Lehrgang als Fahrzeugmaschinisten erfolgreich absolviert haben 17 Feuerwehrleute aus dem Landkreis. Drei Wochen lang wurden sie im Feuerwehrausbildungszentrum in Niederwerrn unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm (links im Bild) in Theorie und Praxis auf ihre künftige Tätigkeit als Maschinisten für Löschfahrzeuge vorbereitet. Inhalte des Lehrgangs waren unter anderem Ausbildung an der Pumpe, Fehlersuche und Wasserförderung über lange Strecken. Außerdem lernten die Teilnehmer verschiedene Geräte für die technische Hilfeleistung kennen. Zum Abschluss der Ausbildung stand eine schriftliche Prüfung an.

Maschinisten für Löschfahrzeuge sind jetzt Matthias Back, Frank Graf (beide FF Gernach), Oliver Elflein, Nicole Przyklenk (beide FF Gochsheim), Thomas Hertlein, Peter Silvio (beide FF Greßthal), Dominik Hogo (FF Oberschwarzach), Matthias Werner (FF Reichmannshausen), Daniel Götz (FF Röthlein), Michael Göbel, Andreas Kraus, Axel Treutlein (alle FF Schnackenwerth), Oskar Fröhr (FF Schwanfeld), Bernd Sauer (FF Traustadt), Lukas Reul, Manfred Voit (beide FF Waigolshausen) und Jonas Redweik (FF Zeilitzheim). Unser Bild zeigt die neuen Fahrzeugmaschinisten und vom Ausbilderteam die Kreisbrandmeister Martin Helbig (rechts) und Jens Michel (zweiter von links).

 

Bericht und Foto: Horst Fröhling

Eine der größten Knochenmark-Typisierungen Bayerns erwartet
Umfangreiche Fahrzeug- und Geräteschau von 10 bis 16 Uhr
Feuerwehren, Polizeien, Rettungsdienste präsentieren sich

München – Unter dem Motto „Helfen Sie Leben retten!“ veranstalten der Flughafenverein und die Flughafenfeuerwehr am Samstag, 1. Oktober 2005, eine der größten Knochenmark-Typisierungen Bayerns. Von 10 bis 16 Uhr haben alle Besucher im Alter zwischen 18 und 54 Jahren Gelegenheit, sich in die Spenderdatei der Aktion Knochenmarkspende Bayern e.V. (AKB) aufnehmen zu lassen. Die AKB ist über das Zentrale Knochenmarkspenderregister Deutschlands in Ulm mit einem weltweiten Spenderregister verknüpft. Jede Typisierung kostet 50,- Euro und erfolgt über eine Blutentnahme. Die Aktion findet in der Flughafensporthalle statt (Nordallee 25), in der Verwaltungskantine stehen Brotzeit sowie Kaffee und Kuchen bereit.

Parallel findet eine kostenlose Fahrzeug- und Geräteschau statt. Ausgestellt werden Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr wie das moderne Flugfeldlöschfahrzeug „Panther“ und ein Spezialgerät zur Bergung havarierter Flugzeuge. Die Bayerische Polizei präsentiert ihre Hundestaffel und wird mit Helikoptern präsent sein. Die neue Bundespolizei wird den Aktionstag mit einem Spezialfahrzeug zur Bergung von Sprengstoff bereichern. Der Rettungszweckverband München gewährt Einblicke in den ADAC-Rettungshubschrauber „Christopher 1“. Die Flughafen München GmbH (FMG) und andere Firmen vor Ort unterstützen die Aktion.

Anlass ist die Erkrankung eines Mitglieds der 200 Mann starken Werksfeuerwehr der FMG. Im Mai dieses Jahres verließen den gestandenen Feuerwehrmann Lothar Einberger plötzlich die Kräfte. „Selbst kleinste Anstrengungen brachten mich ins Schwitzen“, sagt der Hauptbrandmeister. Schließlich diagnostizierten Ärzte bei dem 43-jährigen Vater dreier Kinder Akute Myeloische Leukämie (AML). Mittlerweile hat er Chemotherapien hinter sich und sucht einen geeigneten Knochenmarkspender. Denn Leukämie ist durch die Transplantation von Blutstammzellen eines gesunden Menschen, dessen Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen, grundsätzlich heilbar.

„Als wir diese Geschichte hörten, wussten wir, dass wir handeln müssen“, sagt Thomas Bihler, 1. Vorsitzender des Flughafenvereins. „Deshalb haben wir zusammen mit der Flughafenfeuerwehr die große Blutspenden-Aktion am 1. Oktober organisiert.“ Der von ihm gegründete Verein hilft seit fast zehn Jahren Menschen in Not und arbeitet dabei eng mit der Flughafenfeuerwehr zusammen. „Die Jungs haben zum Beispiel nach dem Tsunami Medikamente und Zelte vor Ort in Sri Lanka verteilt, die unser Verein zuvor mit Geldspenden gekauft hat“, erinnert Bihler. „Tag ein Tag aus sorgt die Flughafenfeuerwehr meist unbemerkt für die Sicherheit der jährlich rund 25 Millionen Passagiere am Flughafen München“, weiß Thomas Bihler, der auch Mitglied des Aufsichtsrats der FMG ist. „Jetzt braucht einer dieser Helfer unsere Unterstützung.“

Seit Tagen hängen daher im Flughafen München Plakate, die auf den Aktionstag hinweisen. „Wir haben darüber hinaus Berufsfeuerwehren, Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände sowie Kreisbrandinspektionen in Bayern eingeladen, am 1. Oktober zu uns zu kommen und die Solidarität mit ihrem Feuerwehrkameraden Einberger zu zeigen“, berichtet Hauptbrandmeister Peter Sigl von der Flughafenfeuerwehr. Thomas Bihler hat zudem die rund 25.000 Beschäftigten am Flughafen München schriftlich gebeten, am 1. Oktober mit ihren Familien zu kommen.

Feuerwehrmann Lothar Einberger, der seit 25 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Landshut und seit über 15 Jahren bei der Flughafenfeuerwehr München beschäftigt ist, hofft unterdessen, dass ihm möglichst bald geeignetes Knochenmark transplantiert werden kann: „Es wäre schon schön, wenn ich mit meiner Familie im Winter wieder Ski und im Sommer wieder Radfahren könnte.“

Weitere Informationen unter www.flughafenverein.de.

  

Landkreis Schweinfurt — Brennende Autos, schreiende Verletzte. Massenkarambolage, ineinander verkeilte Fahrzeuge. Ein Bus ist umgestürzt, ein mit Salzsäure beladener Lkw kippt um.Was sich als schlimmstes Horrorszenario anhört, ist eine Katastrophenschutzübung auf der noch nicht für den Verkehr freigegebenen Autobahn A 71 zwischen Hain und Maibach.

Das Gefahrengebiet musste gesichert, ständig Messungen durchgeführt werden.

Das Landratsamt Schweinfurt als zuständige Katastrophenschutzbehörde nutzte vergangenes Wochenende diese Autobahntrasse für eine groß angelegte Übung. Über 330 Helfer von Feuerwehren, THW, BRK, ASB, JUH und MHD waren im Einsatz, 80 Darsteller mimten die Verletzten.

Wie im Ernstfall: Landrat Harald Leitherer verkündete eine so genannte „kleine Katastrophe“, die Führungsgruppe Katastrophenschutz setzte Kreisbrandinspektor Peter Hauke als Örtlichen Einsatzleiter ein.

Damit hatte Hauke die Führung über alle Rettungskräfte – mit Ausnahme der Polizei – inne. Gemeinsam mit der Unterstützungsgruppe SW wurde aus den modern ausgestatteten Einsatzleitwagen und Einsatzzelt koordiniert und kommuniziert. Und ebenfalls wie im Ernstfall bediente sich die Einsatzleitung auch der Unterstützung der Firmen Beständig und Streng.

Die Feuerwehr war schnell vor Ort - und hatte jede Menge zu tun.

Neben der Brandbekämpfung und der Rettung von Verletzten aus Lkw, Pkw und Bus musste das Gefahrengebiet gesichert und ständig Messungen durchgeführt werden. Im sicheren Abstand wurden Zelte errichtet, wo acht Notärzte und vier Notfallseelsorger die Verletzten behandelten und versorgten. Dazu wurden Hundestaffeln in den angrenzenden Wald geschickt, um eventuell unter Schock stehende Verletzte zu suchen.

Unter den Augen von weit über 100 Gästen und Beobachtern aus Verwaltung, Feuerwehren, Hilfsorganisatoren und Presse zeichnete sich am vergangenen Samstag schnell ab, dass der Einsatz realitätsnah und erfolgreich verläuft. Das Führungskonzept mit Übernahme der Einsatzleitung durch das

Rund 80 Verletzte mussten versorgt und teilweise unter schwersten Bedingungen aus den Fahrzeugen gerettet werden.

Landratsamt Schweinfurt in Form der Führungsgruppe und der Bildung einer Örtlichen Einsatzleitung hat sich bewährt. Gelobt wurden vor allem Ruhe, Besonnenheit und schnelles Handeln.

Auch wenn den eingesetzten „Schiedsrichtern“ und Beobachtern einige Kleinigkeiten auffielen, die anhand von Videoaufnahmen, Fotos und Protokollen analysiert und nachbesprochen werden – diese Lehrveranstaltung hat gezeigt, dass im Ernstfall die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren, Rettungsdienst, Sanitätsdienst, THW und Polizei erfolgreich koordiniert wird, so dass schnelle und kompetente Hilfe für Verletzte und weitere betroffenen Personen gewährleistet ist.
 

Vor den Augen zahlreicher Zuschauer, Beobachter, Fachleute und Schiedsrichter hatte der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandinspektor Peter Hauke, die Lage voll im Griff.

Quelle: Landratsamt Schweinfurt

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