Landkreis Schweinfurt — Brennende Autos, schreiende Verletzte. Massenkarambolage, ineinander verkeilte Fahrzeuge. Ein Bus ist umgestürzt, ein mit Salzsäure beladener Lkw kippt um.Was sich als schlimmstes Horrorszenario anhört, ist eine Katastrophenschutzübung auf der noch nicht für den Verkehr freigegebenen Autobahn A 71 zwischen Hain und Maibach.

Das Gefahrengebiet musste gesichert, ständig Messungen durchgeführt werden.

Das Landratsamt Schweinfurt als zuständige Katastrophenschutzbehörde nutzte vergangenes Wochenende diese Autobahntrasse für eine groß angelegte Übung. Über 330 Helfer von Feuerwehren, THW, BRK, ASB, JUH und MHD waren im Einsatz, 80 Darsteller mimten die Verletzten.

Wie im Ernstfall: Landrat Harald Leitherer verkündete eine so genannte „kleine Katastrophe“, die Führungsgruppe Katastrophenschutz setzte Kreisbrandinspektor Peter Hauke als Örtlichen Einsatzleiter ein.

Damit hatte Hauke die Führung über alle Rettungskräfte – mit Ausnahme der Polizei – inne. Gemeinsam mit der Unterstützungsgruppe SW wurde aus den modern ausgestatteten Einsatzleitwagen und Einsatzzelt koordiniert und kommuniziert. Und ebenfalls wie im Ernstfall bediente sich die Einsatzleitung auch der Unterstützung der Firmen Beständig und Streng.

Die Feuerwehr war schnell vor Ort - und hatte jede Menge zu tun.

Neben der Brandbekämpfung und der Rettung von Verletzten aus Lkw, Pkw und Bus musste das Gefahrengebiet gesichert und ständig Messungen durchgeführt werden. Im sicheren Abstand wurden Zelte errichtet, wo acht Notärzte und vier Notfallseelsorger die Verletzten behandelten und versorgten. Dazu wurden Hundestaffeln in den angrenzenden Wald geschickt, um eventuell unter Schock stehende Verletzte zu suchen.

Unter den Augen von weit über 100 Gästen und Beobachtern aus Verwaltung, Feuerwehren, Hilfsorganisatoren und Presse zeichnete sich am vergangenen Samstag schnell ab, dass der Einsatz realitätsnah und erfolgreich verläuft. Das Führungskonzept mit Übernahme der Einsatzleitung durch das

Rund 80 Verletzte mussten versorgt und teilweise unter schwersten Bedingungen aus den Fahrzeugen gerettet werden.

Landratsamt Schweinfurt in Form der Führungsgruppe und der Bildung einer Örtlichen Einsatzleitung hat sich bewährt. Gelobt wurden vor allem Ruhe, Besonnenheit und schnelles Handeln.

Auch wenn den eingesetzten „Schiedsrichtern“ und Beobachtern einige Kleinigkeiten auffielen, die anhand von Videoaufnahmen, Fotos und Protokollen analysiert und nachbesprochen werden – diese Lehrveranstaltung hat gezeigt, dass im Ernstfall die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren, Rettungsdienst, Sanitätsdienst, THW und Polizei erfolgreich koordiniert wird, so dass schnelle und kompetente Hilfe für Verletzte und weitere betroffenen Personen gewährleistet ist.
 

Vor den Augen zahlreicher Zuschauer, Beobachter, Fachleute und Schiedsrichter hatte der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandinspektor Peter Hauke, die Lage voll im Griff.

Quelle: Landratsamt Schweinfurt

Psychische Selbsthygiene — so lautet das Thema unseres Fachtages für Helferinnen und Helfer in den Hilfsorganisationen. Täglich sind Einsatzkräfte gefordert, Menschenleben sowie Hab und Gut von Menschen zu retten und zu schützen. Es gibt Situationen, wo Einsatzkräfte bis ans Ende ihrer Kräfte ihren Dienst tun müssen. Viele Situationen, Gedanken und Bilder bleiben haften. Nicht alles kann verarbeitet werden. Wir merken, wie wir an unsere Grenzen stoßen.

Für die ökumenische Notfallseelsorge in Stadt und Landkreis Schweinfurt ist das 10-jährige Jubiläum ein Anlass gewesen, einen Fachtag zur psychischen Selbsthygiene auszurichten.

In drei Impulsreferaten soll versucht werden, aus theologischer Sicht, aus psychologischer Sicht und aus praxisrelevanter Sicht den psychischen Selbstschutz der Einsatzkräfte zu beleuchten.

Zu diesem Helferfachtag wollen wir alle Einsatzkräfte der einzelnen Hilfs- und Rettungsorganisationen einladen.

Die Tagesprogrammfolge können Sie dem Programm entnehmen.

Wir möchten Sie bitten, uns bei der Planung zu unterstützen und sich rechtzeitig anzumelden (Download des Anmeldeformulars, PDF, 43 kB). Für die Unkosten erheben wir einen Beitrag in Höhe von 5,00 Euro. Hierin sind das Mittagessen, die Getränke und Speisen des Tages enthalten. Wir würden uns freuen, wenn viele Helferinnen und Helfer an dieser Fachtagung Psychische Selbsthygiene teilnehmen.

Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen!

Programm:

9:00 Uhr
Ankunft
Kaffee, Tee, Kuchen
9:30 Uhr
Begrüßung und geistliches Wort
9:45 Uhr

Impulsreferate zum Thema
1) Nächstenliebe bis zur Selbstaufgabe?
Dekan Klaus Kuhn, Heidenheim (Kleingruppe I)
2) Wie es drinnen aussieht, geht niemand etwas an – oder?
(Kleingruppe II)
3) Wer hilft, wenn der Helfer nicht mehr kann?
Gemeindeunfallversicherungsverband Bayern (Kleingruppe III)

10:45 Uhr
Pause
11:15 Uhr
Kleingruppen zu den Impulsreferaten
12:45 Uhr
Mittagessen
14:15 Uhr
Kleingruppen zu den Impulsreferaten
15:30 Uhr
Pause
16:30 Uhr
Festgottesdienst zum 10-jährigen Jubiläum in der St. Johannis-Kirche
Predigt: Dekan Werner Kirchner, Marktsteinach
18:30 Uhr
Empfang mit Grußworten zum Notfallseelsorge-Jubiläum im Evangelischen Gemeindehaus

Organisatorische Hinweise:

Veranstalter:
Ökumenische Notfallseelsorge Stadt und Landkreis Schweinfurt
Martin-Luther-Platz 18
97421 Schweinfurt
Dekan Norbert Holzheid

Tagungsort:
Evangelisches Gemeindehaus
Friedenstraße 23
97421 Schweinfurt

Teilnehmergebühr:
5,00 Euro sind bei Tagungsbeginn zu entrichten.

Dingolshausen – Das Ehrenamt Feuerwehr ist wichtiger denn je. Das wurde beim 38. Kreisfeuerwehrtag betont. Zu Beginn stellte Dingolshausens Bürgermeister Lothar Zachmann die gastgebende Gemeinde vor.

Landrat Harald Leitherer dankte in seinem Grußwort allen Feuerwehrleuten für den geleisteten Dienst. Lob erging in Folge auch an die Bürgermeister, welche trotz schwieriger Finanzlage, den Feuerwehren eine gute Ausrüstung gewährleisten.

In seiner Laudatio für den ausscheidenden Kreisbrandmeister (KBM) Günther Haßfurter (Gochsheim) ging Leitherer dann auf dessen Verdienste ein. Haßfurter fügt sich nun in die Riege der Ehrenkreisbrandmeister ein. Neu eingeführt wurde Mirco Böhm (27) aus Schwebheim. Er setzt die Verjüngung der Inspektion fort.

In seinem Jahresbericht ging Kreisbrandrat Georg Vollmuth auf Großereignisse ein, so zum Beispiel der Gas-Unfall im Erich-Kästner-Kinderdorf in Oberschwarzach oder auch den Großbrand in einem Gewächshaus in Oberspiesheim, der den eingesetzten Wehren ihr ganzes Können abverlangte.

Vollmuth erwähnte ferner die vermehrten Brände in der Vorweihnachtszeit 2004. Und das obwohl zur Vorbeugung seitens der Feuerwehr viel getan werde.

Die Abschaffung der regelmäßigen Feuerbeschau fordert nun langsam ihren Tribut. Dies führt dazu, dass zum Beispiel im Einsatzplan ausgewiesene Zugänge "nicht mehr oder kaum begehbar sind". Solche und ähnliche Situationen stellen für die Feuerwehren ein großes Problem dar. Vollmuth appellierte hier an die Verantwortung der Gemeinden.

Kreisfeuerwehrjugendwart Horst Klopf lobte die mit insgesamt 856 Jugendlichen hohe Anzahl beim Wissenstest. Er erwähnte weiterhin unter anderem die 1. Abnahme der Leistungsspange der deutschen Jugendfeuerwehr. Zudem hob er die gute Jugendarbeit in den einzelnen Wehren besonders hervor.

Dem Bericht des Kassiers und der Kassenprüfer schloss sich ein informativer Fachvortrag über das Gefahrenpotential bei Solaranlagen an. Gerolzhofens zweiter Kommandant Franz Hepp informierte über den Umgang bei solchen Einsätzen. Er gab wichtige Tipps über Solarenergie allgemein und deren Eigenschaften. Wie andere Redner auch, nutzte Hepp die Vorteile der vorhandenen Beamer, um die Themen auch bildlich darstellen zu können.

Wie schnell bei einer notwendigen Schulräumung Hektik ausbrechen kann, zeigte ein unterhaltsamer Videofilm. Wie man es besser machen kann, erläutere Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm. "Ganz wichtig ist, dass man mit den Schulen im Gespräch bleibt", so Schemm weiter. Der laut Tagesordung vorgesehene Bericht über Höhensicherung wurde verlegt.

Mit einer Diskussionsrunde endete der 38. Kreisfeuerwehrtag. Er war verbunden mit der 13. Kreisfeuerwehrverbandsversammlung.

 

(Quelle: Main-Post)

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