Montag, 03 Januar 2005 18:08

Kurzfristige Hilfsaktion voller Erfolg Feuerwehren brachten 3 Lkw voller Hilfsgüter direkt zum Flughafen München

Schweinfurt/Gerolzhofen - Auf sehr große Hilfsbereitschaft stieß ein Spendenaufruf der Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt, für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien Medikamente, Verbandsmaterial und Decken zu spenden. Allein in Gerolzhofen gaben rund 50 Personen Hilfsgüter ab, die noch in der Nacht zum 3. Januar per Lkw zum Münchner Flughafen transportiert wurden.
Die Vorlaufzeit für die kurzfristige Hilfsaktion war knapp, umso erfreulicher ist, dass dennoch eine so große Zahl von Spenden zusammenkamen, die nun direkt ins Katastrophengebiet geflogen wurden. "Die Anforderung zu unserem Hilfeaufruf ging ursprünglich von einem Arzt im Katastrophengebiet aus und richtete sich zunächst an die Flughafenfeuerwehr München", berichtet Kreisbrandrat Georg Vollmuth (Frankenwinheim) zum Hintergrund der Maßnahmen. Diese organisierte spontan bei einer Fluggesellschaft die kostenlose Bereitstellung eines Jumbo-Jets. Von der Flughafenfeuerwehr aus erreichte der Hilferuf schließlich auch die Wehren im Landkreis Schweinfurt.
"Am Silvester-Nachmittag ließen wir zunächst die Kreisbrandmeister über Funkmeldeempfänger alarmieren, damit diese auf Ebene der Ortswehren die Sammelaktion koordinieren konnten. Die Nachrichtenkanäle liefen dann häufig über die Pfarrer weiter, die den Sammelaufruf mit Bekanntgabe der Abgabestellen bei den Feuerwehren an Neujahr in der Kirche verkündeten", erklärt Vollmuth. Bei der Stützpunktwehr Gerolzhofen wurde eine zentrale Sammelstelle eingerichtet, bei der auch Wehren aus dem gesamten Kreisgebiet Waren abgeben konnten. "Alles in allem kam Material im Wert von 20 000 Euro zusammen", schätzt der Kreisbrandrat.
Franz Hepp, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Gerolzhofen, der die hiesige Aktion maßgeblich leitete, war mit seinen über zehn Helfern den kompletten 2. Januar über beschäftigt, Medikamente, Verbandsmaterial und Decken entgegen zu nehmen. "Wir mussten die Waren im Gerätehaus umverpacken und für den Flug beschriften und vorbereiten." Ein großer Teil der Medikamente und medizinischen Materials stellte die Geomed-Klinik zur Verfügung, auch der BRK-Kreisverband lieferte beispielsweise Infusionen. "Die Spenden von privater Seite beliefen sich hauptsächlich auf Verbandsmaterial sowie Decken. Unverständlich ist, dass einige Spender Vorhänge oder alte Unterwäsche abgaben, obwohl dies eindeutig nicht gefordert war. Dies bedeutete für uns zusätzliche Arbeit durch mühseliges Aussortieren", schüttelt Hepp den Kopf, betont allerdings, dass dies Ausnahmen waren. "Die Hilfsbereitschaft war auf jeden Fall beeindruckend."
Noch am Sonntagabend startete ein Lkw der Gerolzhöfer Wehr zusammen mit zwei Fahrzeugen der städtischen Feuerwehr Schweinfurt und der Berufsfeuerwehr Würzburg zum Flughafen München. Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm (Gerolzhofen), der den Transport begleitete, berichtet, dass die Hilfsgüter am Flughafen direkt zum Transport ins Katastrophengebiet bereit gestellt wurden. Das erste Flugzeug mit 100 Tonnen Ladung sei bereits abgeflogen, ein weiteres soll in den nächsten Tagen folgen.

 

Bericht: Michael Mößlein, Journalistischer Berater KFV Schweinfurt

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