Dienstag, 09 November 2004 23:45

Ökumenischer Gottesdienst für die "Schutzengel" Notfallseelsorge-Team lud Hilfs- und Rettungskräfte ein

Gerolzhofen — Unter dem Motto "Engel – kann man begegnen" stand der diesjährige Gottesdienst für die Hilfs- und Rettungsorganisationen in Stadt und Landkreis Schweinfurt, zu dem die ökumenische Notfallseelsorge in die Stadtpfarrkirche nach Gerolzhofen eingeladen hatte.
Zu dem Gottesdienst waren neben zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern von Feuerwehren, dem medizinischen Rettungsdienst, dem THW sowie der Polizei auch Landrat Harald Leitherer sowie die Landtagsabgeordneten Gerhard Eck und Prof. Dr. Hans Gerhard Stockinger in den "Steigerwalddom" gekommen. Das sechsköpfige Notfallseelsorger-Team von Stadt und Landkreis Schweinfurt – Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm (Gerolzhofen), Dekan Werner Kirchner (Marktsteinach), Diakon Norbert Holzheid (Schweinfurt), Pfarrer Christian Peiser (Sennfeld, fehlte), Diakon Bernhard Trunk (Traustadt) und Pastoralreferent Wolfgang Schöller (Gerolzhofen) – gestaltete den Gottesdienst.
Pastoralreferent Wolfgang Schöller erklärte eingangs mit Bezug auf das gewählte Motto, dass Engel uns Menschen in unserem Leben begleiten und verdeutlichen würden, dass Gott uns in seinen Händen halte und behüte. Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm drückte in einem Meditationstext aus, dass Engel keine großen und strahlenden Gestalten sein müssten: "Engel können klein und hässlich sein und Wand an Wand mit uns wohnen." Engel seien zum Beispiel die Mitmenschen, die den Hungrigen das Brot brächten. "Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel."
Diakon Norbert Holzheid stellte in seiner Predigt fest, dass uns Engel-Figuren in unserer Umwelt überall begegneten: Bis hinein in die Werbung seien sie präsent. "Die individuellen Vorstellungen davon, was Engel sind, sind vielfältig und reichen vom liebevollen Partner bis hin zu geflügelten himmlischen Wesen und den 'gelben Engeln' des ADAC." Nach den Aussagen der Bibel seien Engel jedoch Boten und Helfer Gottes.
Engel könnten aber auch in Person von Rettungs- und Hilfskräften auftauchen. Sie seien allesamt Engel, indem sie in Not geratenen Menschen dort helfen würden, wo andere nicht mehr helfen können – und das ohne Eigeninteressen, betonte Holzheid. Gott wolle uns dafür die nötige Kraft schenken. "Ein Engel ist jemand, den dir Gott als unerwarteten Helfer ins Leben schickt."
Die KJG-Band "Lebenszeichen" (Gerolzhofen) und Klaus Vogt (Orgel) umrahmten den Gottesdienst musikalisch.
Bei einem anschließenden Stehempfang im katholischen Pfarrheim dankte Landrat Harald Leitherer den anwesenden Hilfs- und Rettungskärften für ihren täglichen "Schutzengel-Dienst" in unserer Gesellschaft. "Aber manchmal stoßen auch Engel an ihre Grenzen", erklärte Leitherer nicht nur mit Blick auf die Tätigkeit der Notfallseelsorger. "Unsere Gesellschaft muss erkennen, dass Notfallseelsorger wie Hilfskräfte auch nur Menschen sind, die sich in ihrem Einsatz für andere nur bis zu einem bestimmten Maß verausgaben können."

 

Bericht und Bilder: Michael Mößlein, Journalistischer Berater KFV Schweinfurt

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