Kreisbrandinspektion · Fachbereich

Atemschutz­ausbildung im Landkreis Schweinfurt

Wer unter Atemschutz vorgeht, arbeitet an der Belastungsgrenze – in Hitze, Rauch und ohne Sicht. Deshalb bilden wir Atemschutzgeräteträgerinnen und ‑träger zentral, praxisnah und nach den Vorgaben der Staatlichen Feuerwehrschulen Bayern aus.

  • Ausbildungszentrum Niederwerrn
  • Nach bayerischen Ausbildungsvorgaben
  • Aus- und Fortbildung aus einer Hand
Überblick

Ihr Weg zum Atemschutzgeräteträger

Die Atemschutzausbildung baut auf der Modularen Truppausbildung auf und endet nicht mit dem Lehrgang: Nur wer jedes Jahr trainiert, darf auch im Einsatz unter Atemschutz vorgehen.

  1. Voraussetzungen

    Mindestens 18 Jahre, abgeschlossene Modulare Truppausbildung (MTA) und gültige Eignungsuntersuchung.

  2. Basismodul

    Lehrgang Atemschutzgeräteträger inkl. Wärmebildkamera – standardmäßig kombiniert mit dem CSA-Lehrgang.

  3. Jährliche Fortbildung

    Unterweisung, Belastungsübung in der Übungsstrecke und Einsatzübung – jedes Jahr.

  4. Vertiefen & spezialisieren

    Realbrandausbildung in den Brandübungscontainern und VR-Training Innenangriff am eigenen Standort.

01 · Lehrgänge

Ausbildung nach bayerischem Ausbilderleitfaden

Unsere Lehrgänge folgen den Ausbilderleitfäden der Staatlichen Feuerwehrschulen Bayern, die über die Feuerwehr-Lernbar veröffentlicht werden. So ist sichergestellt, dass Atemschutzgeräteträger im Landkreis Schweinfurt nach denselben Standards ausgebildet werden wie in ganz Bayern.

Grundlehrgang

Atemschutzgeräteträger – Basismodul

Im Basismodul lernen Einsatzkräfte alles, was sie für den sicheren Einsatz mit umluftunabhängigem Atemschutz brauchen – von der Physiologie der Atmung bis zum Vorgehen im verrauchten Gebäude. Der Schwerpunkt liegt klar auf der Praxis: Die Hälfte der Ausbildungszeit besteht aus Einsatzübungen.

Angebot
3 Lehrgänge pro Jahr mit jeweils 16 Teilnehmenden
Umfang
28 Stunden (Musterausbildungsplan)
Voraussetzung
Abgeschlossene MTA, Mindestalter 18 Jahre, gültige Eignungsuntersuchung
Abschluss
Schriftliche Prüfung und laufende praktische Bewertung, Zeugnis
  • Grundlagen der Atmung, Sauerstoffmangel und Atemgifte
  • Atemschutzgeräte, PSA und Zubehör – Aufbau und Handhabung
  • Einsatzgrundsätze, Vorgehen unter Atemschutz, Not- und Sonderfälle
  • Praktische Einsatzübungen, Atemschutzüberwachung
Inklusive Ergänzungsmodul Wärmebildkamera

Bei uns ist das Modul fester Bestandteil des Basismoduls: Funktionsprinzip, Bildinterpretation, Einsatzgrundsätze und der „Würfelblick“ zur systematischen Raumsuche – mit praktischen Übungen zu Menschenrettung und Brandbekämpfung.

Ausbildungsplan im Detail
Einführung / Lehrgangsorganisation0,5 h
Grundlagen der Atmung1 h
Sauerstoffmangel, Atemgifte, sonstige Schadstoffe1 h
Atemschutzgeräte, PSA und Zubehör3 h
Handhabung der Atemschutzgeräte und der PSA3 h
Einsatzgrundsätze, Vorgehen, Not- und Sonderfälle4 h
Praktische Einsatzübungen14 h
Schriftliche Prüfung & Lehrgangsende1,5 h
Gesamt28 h

Quelle: Musterausbildungsplan Atemschutzgeräteträger, Feuerwehr-Lernbar Bayern. Die schriftliche Prüfung umfasst ca. 45 Minuten; bestanden ist sie ab 25 von 50 Punkten.

Ansprechpartner Grundlehrgang: KBM Ralf Weippert, Tel. 0177 5244495

Zusatzausbildung · Form 3

Träger von Chemikalien­schutzanzügen

Bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen schützt der Chemikalienschutzanzug (CSA) vor Kontakt mit ätzenden, giftigen oder hautresorptiven Substanzen. Die Arbeit darin ist körperlich extrem fordernd: eingeschränkte Sicht, erschwerte Verständigung und hohe Wärmebelastung. Der Lehrgang bereitet gezielt darauf vor.

Wir bilden ausschließlich für den Chemikalienschutzanzug Form 3 aus – in Kooperation mit der Betriebsfeuerwehr des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld.

Grundlage
Modul „Träger von Körperschutz im ABC-Einsatz“, Teil CSA Form 3
Buchung
Standardmäßig direkt zusammen mit dem Basismodul
Voraussetzung
Abgeschlossene MTA, Basismodul Atemschutz, gültige Eignungsuntersuchung
Abschluss
Ohne Prüfung
  • Notwendigkeit, Aufbau und Schutzfunktion von Körperschutz
  • An- und Ablegen des Chemikalienschutzanzugs (Form 3)
  • Gewöhnung, Orientierung und Verständigung im Anzug
  • Einsatzübungen mit Körperschutz und Notfalltraining

Ansprechpartner CSA Form 3: KBM Ralf Weippert, Tel. 0177 5244495

Lehrgänge buchen

Basismodul, CSA-Lehrgang, Belastungsübungen und Realbrandausbildung buchen Sie über unser Lehrgangsportal.

Zum Lehrgangsportal
02 · Fortbildung im Ausbildungszentrum

Trainieren, bevor es ernst wird

Im Atemschutzzentrum Niederwerrn stehen den Feuerwehren des Landkreises eine landkreiseigene Atemschutz-Übungsstrecke und zwei gasbefeuerte Brandübungscontainer zur Verfügung – für die Pflichtfortbildung ebenso wie für die gezielte Vorbereitung auf den Innenangriff.

Pflicht nach FwDV 7

Belastungs­übung

1× jährlichfür jeden Atemschutzgeräteträger

Die jährliche Belastungsübung überprüft, ob Atemschutzgeräteträger den körperlichen Anforderungen eines Einsatzes gewachsen sind – und hält die Routine im Umgang mit dem Gerät aufrecht. In unserer landkreiseigenen Übungsstrecke wird dazu körperliche Arbeit an Trainingsgeräten mit dem Durchqueren einer engen, verwinkelten und abgedunkelten Orientierungsstrecke kombiniert.

Ziele

  • Leistungsfähigkeit unter Atemschutz nachweisen
  • Orientierung bei Nullsicht trainieren
  • Luftverbrauch unter Belastung kennenlernen

Gut zu wissen

  • Voraussetzung: gültige Eignungsuntersuchung
  • Nur gesund und einsatzfähig teilnehmen
  • Anmeldung über das Lehrgangsportal

Ansprechpartner für Belastungsübungen: KBM Christian Böhm, Tel. 0171 8366906

Brandübungscontainer

Realbrand­ausbildung

2 Containergasbefeuert – Brandverhalten mit allen Sinnen erleben

Kein Lehrsaal kann vermitteln, wie sich ein Innenangriff wirklich anfühlt. In unseren zwei gasbefeuerten Brandübungscontainern erleben Atemschutzgeräteträger Hitze, Flammen und eingeschränkte Sicht unter kontrollierten Bedingungen – und lernen, die Grenzen ihrer Schutzkleidung richtig einzuschätzen. Die Gasbefeuerung erlaubt es den Ausbildern, Brandszenarien gezielt zu steuern und zu wiederholen.

Inhalte

  • Wärmegewöhnung und Temperaturschichtung im Raum
  • Brandphänomene erkennen, Rauchgaskühlung
  • Türöffnungsprozedur und Strahlrohrtechnik
  • Einsatzübungen im Trupp, Menschenrettung, Notsituationen

Voraussetzungen & Ausrüstung

  • Abgeschlossene Atemschutzausbildung, Fortbildung nach FwDV 7
  • Gültige Eignungsuntersuchung, Mindestalter 18 Jahre
  • Vollständige PSA für den Innenangriff, Handlampe
  • Glatt rasiert im Bereich des Maskendichtrahmens
  • Anmeldung über das Lehrgangsportal

Ansprechpartner für die Brandübungscontainer: KBM Christian Böhm, Tel. 0171 8366906

03 · Innovation

VR-Training Innenangriff

Mit unserem mobilen Virtual-Reality-System trainieren Atemschutzgeräteträger die Innenbrandbekämpfung in einer sicheren, virtuellen Umgebung – direkt am eigenen Feuerwehrhaus. Realistische Einsatzsituationen fordern Entscheidungen, wie sie auch im Ernstfall getroffen werden müssen.

  • Einstieg in die virtuelle Umgebung über kurze Minispiele
  • Einzelspielermodus mit realistischen Einsatzszenarien nach der „Ampelregelung Bayern“
  • Direktes Feedback mit konkreten Verbesserungsvorschlägen
  • Ideal zur Vorbereitung auf Realbrandausbildung und Einsatzübungen
Einsatzbereit bleiben

Jährliche Fortbildung nach FwDV 7

Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 „Atemschutz“ schreibt vor, was jeder Atemschutzgeräteträger innerhalb von zwölf Monaten nachweisen muss:

01Unterweisung

Theoretische Unterweisung zu Geräten, Einsatzgrundsätzen und Neuerungen – in der Regel am Standort.

02Belastungsübung

Eine Belastungsübung in einer Atemschutz-Übungsanlage – bei uns in der Übungsstrecke Niederwerrn.

03Einsatzübung

Eine Einsatzübung unter Atemschutz innerhalb einer taktischen Einheit (entfällt bei vergleichbarem Realeinsatz).

Wichtig: Wer die erforderlichen Übungen nicht innerhalb von zwölf Monaten ableistet, darf grundsätzlich bis zum Nachholen nicht mehr als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden. Zusätzlich muss die Eignungsuntersuchung gültig sein.

04 · Gesundheit

Eignungsuntersuchung Atemschutzgeräteträger

Atemschutzgeräte belasten Herz, Kreislauf und Atmung erheblich. Deshalb darf nur eingesetzt werden, wer dafür ärztlich als geeignet beurteilt wurde – vor Beginn der Ausbildung und danach in regelmäßigen Abständen.

Eignungsbeurteilung „Atemschutzgeräte“

Die frühere Untersuchung nach G 26.3 gibt es nicht mehr. Grundlage sind heute die DGUV Empfehlungen für arbeitsmedizinische Beratungen und Untersuchungen, Kapitel 2.2 „Atemschutzgeräte“. Die Untersuchung stellt fest, ob die körperlichen Voraussetzungen für das Tragen von Atemschutzgeräten vorliegen – zum Schutz der Einsatzkraft selbst und des ganzen Trupps.

Nach § 6 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ muss die Eignung vor Aufnahme der Tätigkeit und in regelmäßigen Abständen ärztlich bescheinigt werden. Eine gültige Bescheinigung ist Voraussetzung für Basismodul, Belastungsübung, Realbrandausbildung und jeden Einsatz unter Atemschutz.

Wer darf untersuchen?

  • Ärztinnen und Ärzte mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“
  • mit Kenntnis der Anforderungen im Feuerwehrdienst und der erforderlichen Ausstattung

Untersuchungsfristen

Gerätegruppebis 50 Jahreüber 50 Jahre
Gruppe 1 und 2
Geräte bis 5 kg
36 Monate12 Monate
Gruppe 3
Geräte über 5 kg, z. B. Pressluftatmer
24 Monate12 Monate

Quelle: Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB)

Ärztinnen und Ärzte in der Region

Um Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren bei der Suche nach Ärztinnen und Ärzten für die Eignungsuntersuchung zu unterstützen, stellen wir hier eine Übersichtsliste bereit. Sie hilft dabei, eine geeignete Praxis in der (näheren) Umgebung der eigenen Feuerwehr zu finden.

Sortierung: zuerst Landkreis Schweinfurt, dann die weiteren Landkreise alphabetisch, innerhalb eines Landkreises nach Ort. Die Reihenfolge stellt ausdrücklich keine Wertung dar.

Landkreis Schweinfurt5 Praxen

Landkreis Bad Kissingen4 Praxen

  • Dr. Horst MichelBahnhofstr. 16, 97714 Ebenhausen+49 9725 708453
  • Hausarztpraxis EuerdorfSchweinfurter Str. 11, 97717 Euerdorf+49 9704 5870
  • Ärztezentrum HammelburgOfenthaler Weg 20, 97762 Hammelburg+49 9732 91200
  • Dr. med. Waldemar WeberRingstr. 19, 97517 Rannungen+49 9738 219

Landkreis Haßberge2 Praxen

  • Dr. med. Martin HeitmannFrankenstr. 10, 97491 Aidhausen+49 9526 290
  • Ärztezentrum MaintalWallburgstr. 3, 97483 Eltmann+49 9522 94220

Landkreis Main-Spessart1 Praxis

  • Gemeinschaftspraxis Raab & Dr. ScheuerleinKarlstadter Str. 5, 97450 Arnstein+49 9363 90700

Landkreis Würzburg1 Praxis

  • Gemeinschaftspraxis Dr. med. Franz und Frédéric KlugeLindenallee 2, 97241 Bergtheim+49 9367 3990

Hinweis: Es ist nicht unsere Intention, mit dieser Liste einzelne Ärztinnen bzw. Ärzte zu empfehlen. Die Daten wurden im Zuge der Atemschutzlehrgänge erfasst: Grundlage sind die ausstellenden Arztpraxen auf den uns vorgelegten Eignungsuntersuchungen (Eignungsnachweise, bisher G 26.3).

05 · Kontakt

Ihre Ansprechpartner

Fragen zu Lehrgängen, Terminen oder Übungen? Die Kreisbrandmeister des Fachbereichs Atemschutzausbildung helfen gerne weiter.

Ralf Weippert

Kreisbrandmeister FL Schweinfurt-Land 1/4

Grundlehrgang Atemschutzgeräteträger (Basismodul) und Lehrgang Chemikalienschutzanzug Form 3 sowie allgemeine Fragen zur Atemschutzausbildung.

0177 5244495

Christian Böhm

Kreisbrandmeister FL Schweinfurt-Land 1/5

Belastungsübungen und Brandübungscontainer im Atemschutzzentrum Niederwerrn.

0171 8366906