Atemschutzausbildung im Landkreis Schweinfurt
Wer unter Atemschutz vorgeht, arbeitet an der Belastungsgrenze – in Hitze, Rauch und ohne Sicht. Deshalb bilden wir Atemschutzgeräteträgerinnen und ‑träger zentral, praxisnah und nach den Vorgaben der Staatlichen Feuerwehrschulen Bayern aus.
- Ausbildungszentrum Niederwerrn
- Nach bayerischen Ausbildungsvorgaben
- Aus- und Fortbildung aus einer Hand
Ihr Weg zum Atemschutzgeräteträger
Die Atemschutzausbildung baut auf der Modularen Truppausbildung auf und endet nicht mit dem Lehrgang: Nur wer jedes Jahr trainiert, darf auch im Einsatz unter Atemschutz vorgehen.
- Voraussetzungen
Mindestens 18 Jahre, abgeschlossene Modulare Truppausbildung (MTA) und gültige Eignungsuntersuchung.
- Basismodul
Lehrgang Atemschutzgeräteträger inkl. Wärmebildkamera – standardmäßig kombiniert mit dem CSA-Lehrgang.
- Jährliche Fortbildung
Unterweisung, Belastungsübung in der Übungsstrecke und Einsatzübung – jedes Jahr.
- Vertiefen & spezialisieren
Realbrandausbildung in den Brandübungscontainern und VR-Training Innenangriff am eigenen Standort.
Ausbildung nach bayerischem Ausbilderleitfaden
Unsere Lehrgänge folgen den Ausbilderleitfäden der Staatlichen Feuerwehrschulen Bayern, die über die Feuerwehr-Lernbar veröffentlicht werden. So ist sichergestellt, dass Atemschutzgeräteträger im Landkreis Schweinfurt nach denselben Standards ausgebildet werden wie in ganz Bayern.
Atemschutzgeräteträger – Basismodul
Im Basismodul lernen Einsatzkräfte alles, was sie für den sicheren Einsatz mit umluftunabhängigem Atemschutz brauchen – von der Physiologie der Atmung bis zum Vorgehen im verrauchten Gebäude. Der Schwerpunkt liegt klar auf der Praxis: Die Hälfte der Ausbildungszeit besteht aus Einsatzübungen.
- Angebot
- 3 Lehrgänge pro Jahr mit jeweils 16 Teilnehmenden
- Umfang
- 28 Stunden (Musterausbildungsplan)
- Voraussetzung
- Abgeschlossene MTA, Mindestalter 18 Jahre, gültige Eignungsuntersuchung
- Abschluss
- Schriftliche Prüfung und laufende praktische Bewertung, Zeugnis
- Grundlagen der Atmung, Sauerstoffmangel und Atemgifte
- Atemschutzgeräte, PSA und Zubehör – Aufbau und Handhabung
- Einsatzgrundsätze, Vorgehen unter Atemschutz, Not- und Sonderfälle
- Praktische Einsatzübungen, Atemschutzüberwachung
Bei uns ist das Modul fester Bestandteil des Basismoduls: Funktionsprinzip, Bildinterpretation, Einsatzgrundsätze und der „Würfelblick“ zur systematischen Raumsuche – mit praktischen Übungen zu Menschenrettung und Brandbekämpfung.
Ausbildungsplan im Detail
| Einführung / Lehrgangsorganisation | 0,5 h |
| Grundlagen der Atmung | 1 h |
| Sauerstoffmangel, Atemgifte, sonstige Schadstoffe | 1 h |
| Atemschutzgeräte, PSA und Zubehör | 3 h |
| Handhabung der Atemschutzgeräte und der PSA | 3 h |
| Einsatzgrundsätze, Vorgehen, Not- und Sonderfälle | 4 h |
| Praktische Einsatzübungen | 14 h |
| Schriftliche Prüfung & Lehrgangsende | 1,5 h |
| Gesamt | 28 h |
Quelle: Musterausbildungsplan Atemschutzgeräteträger, Feuerwehr-Lernbar Bayern. Die schriftliche Prüfung umfasst ca. 45 Minuten; bestanden ist sie ab 25 von 50 Punkten.
Ansprechpartner Grundlehrgang: KBM Ralf Weippert, Tel. 0177 5244495
Träger von Chemikalienschutzanzügen
Bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen schützt der Chemikalienschutzanzug (CSA) vor Kontakt mit ätzenden, giftigen oder hautresorptiven Substanzen. Die Arbeit darin ist körperlich extrem fordernd: eingeschränkte Sicht, erschwerte Verständigung und hohe Wärmebelastung. Der Lehrgang bereitet gezielt darauf vor.
Wir bilden ausschließlich für den Chemikalienschutzanzug Form 3 aus – in Kooperation mit der Betriebsfeuerwehr des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld.
- Grundlage
- Modul „Träger von Körperschutz im ABC-Einsatz“, Teil CSA Form 3
- Buchung
- Standardmäßig direkt zusammen mit dem Basismodul
- Voraussetzung
- Abgeschlossene MTA, Basismodul Atemschutz, gültige Eignungsuntersuchung
- Abschluss
- Ohne Prüfung
- Notwendigkeit, Aufbau und Schutzfunktion von Körperschutz
- An- und Ablegen des Chemikalienschutzanzugs (Form 3)
- Gewöhnung, Orientierung und Verständigung im Anzug
- Einsatzübungen mit Körperschutz und Notfalltraining
Ansprechpartner CSA Form 3: KBM Ralf Weippert, Tel. 0177 5244495
Basismodul, CSA-Lehrgang, Belastungsübungen und Realbrandausbildung buchen Sie über unser Lehrgangsportal.
Trainieren, bevor es ernst wird
Im Atemschutzzentrum Niederwerrn stehen den Feuerwehren des Landkreises eine landkreiseigene Atemschutz-Übungsstrecke und zwei gasbefeuerte Brandübungscontainer zur Verfügung – für die Pflichtfortbildung ebenso wie für die gezielte Vorbereitung auf den Innenangriff.
Pflicht nach FwDV 7
Belastungsübung
Die jährliche Belastungsübung überprüft, ob Atemschutzgeräteträger den körperlichen Anforderungen eines Einsatzes gewachsen sind – und hält die Routine im Umgang mit dem Gerät aufrecht. In unserer landkreiseigenen Übungsstrecke wird dazu körperliche Arbeit an Trainingsgeräten mit dem Durchqueren einer engen, verwinkelten und abgedunkelten Orientierungsstrecke kombiniert.
Ziele
- Leistungsfähigkeit unter Atemschutz nachweisen
- Orientierung bei Nullsicht trainieren
- Luftverbrauch unter Belastung kennenlernen
Gut zu wissen
- Voraussetzung: gültige Eignungsuntersuchung
- Nur gesund und einsatzfähig teilnehmen
- Anmeldung über das Lehrgangsportal
Ansprechpartner für Belastungsübungen: KBM Christian Böhm, Tel. 0171 8366906
Brandübungscontainer
Realbrandausbildung
Kein Lehrsaal kann vermitteln, wie sich ein Innenangriff wirklich anfühlt. In unseren zwei gasbefeuerten Brandübungscontainern erleben Atemschutzgeräteträger Hitze, Flammen und eingeschränkte Sicht unter kontrollierten Bedingungen – und lernen, die Grenzen ihrer Schutzkleidung richtig einzuschätzen. Die Gasbefeuerung erlaubt es den Ausbildern, Brandszenarien gezielt zu steuern und zu wiederholen.
Inhalte
- Wärmegewöhnung und Temperaturschichtung im Raum
- Brandphänomene erkennen, Rauchgaskühlung
- Türöffnungsprozedur und Strahlrohrtechnik
- Einsatzübungen im Trupp, Menschenrettung, Notsituationen
Voraussetzungen & Ausrüstung
- Abgeschlossene Atemschutzausbildung, Fortbildung nach FwDV 7
- Gültige Eignungsuntersuchung, Mindestalter 18 Jahre
- Vollständige PSA für den Innenangriff, Handlampe
- Glatt rasiert im Bereich des Maskendichtrahmens
- Anmeldung über das Lehrgangsportal
Ansprechpartner für die Brandübungscontainer: KBM Christian Böhm, Tel. 0171 8366906
VR-Training Innenangriff
Mit unserem mobilen Virtual-Reality-System trainieren Atemschutzgeräteträger die Innenbrandbekämpfung in einer sicheren, virtuellen Umgebung – direkt am eigenen Feuerwehrhaus. Realistische Einsatzsituationen fordern Entscheidungen, wie sie auch im Ernstfall getroffen werden müssen.
- Einstieg in die virtuelle Umgebung über kurze Minispiele
- Einzelspielermodus mit realistischen Einsatzszenarien nach der „Ampelregelung Bayern“
- Direktes Feedback mit konkreten Verbesserungsvorschlägen
- Ideal zur Vorbereitung auf Realbrandausbildung und Einsatzübungen
Jährliche Fortbildung nach FwDV 7
Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 „Atemschutz“ schreibt vor, was jeder Atemschutzgeräteträger innerhalb von zwölf Monaten nachweisen muss:
Theoretische Unterweisung zu Geräten, Einsatzgrundsätzen und Neuerungen – in der Regel am Standort.
Eine Belastungsübung in einer Atemschutz-Übungsanlage – bei uns in der Übungsstrecke Niederwerrn.
Eine Einsatzübung unter Atemschutz innerhalb einer taktischen Einheit (entfällt bei vergleichbarem Realeinsatz).
Wichtig: Wer die erforderlichen Übungen nicht innerhalb von zwölf Monaten ableistet, darf grundsätzlich bis zum Nachholen nicht mehr als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden. Zusätzlich muss die Eignungsuntersuchung gültig sein.
Eignungsuntersuchung Atemschutzgeräteträger
Atemschutzgeräte belasten Herz, Kreislauf und Atmung erheblich. Deshalb darf nur eingesetzt werden, wer dafür ärztlich als geeignet beurteilt wurde – vor Beginn der Ausbildung und danach in regelmäßigen Abständen.
Eignungsbeurteilung „Atemschutzgeräte“
Die frühere Untersuchung nach G 26.3 gibt es nicht mehr. Grundlage sind heute die DGUV Empfehlungen für arbeitsmedizinische Beratungen und Untersuchungen, Kapitel 2.2 „Atemschutzgeräte“. Die Untersuchung stellt fest, ob die körperlichen Voraussetzungen für das Tragen von Atemschutzgeräten vorliegen – zum Schutz der Einsatzkraft selbst und des ganzen Trupps.
Nach § 6 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ muss die Eignung vor Aufnahme der Tätigkeit und in regelmäßigen Abständen ärztlich bescheinigt werden. Eine gültige Bescheinigung ist Voraussetzung für Basismodul, Belastungsübung, Realbrandausbildung und jeden Einsatz unter Atemschutz.
Wer darf untersuchen?
- Ärztinnen und Ärzte mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“
- mit Kenntnis der Anforderungen im Feuerwehrdienst und der erforderlichen Ausstattung
Untersuchungsfristen
| Gerätegruppe | bis 50 Jahre | über 50 Jahre |
|---|---|---|
| Gruppe 1 und 2 Geräte bis 5 kg | 36 Monate | 12 Monate |
| Gruppe 3 Geräte über 5 kg, z. B. Pressluftatmer | 24 Monate | 12 Monate |
Quelle: Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB)
Ärztinnen und Ärzte in der Region
Um Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren bei der Suche nach Ärztinnen und Ärzten für die Eignungsuntersuchung zu unterstützen, stellen wir hier eine Übersichtsliste bereit. Sie hilft dabei, eine geeignete Praxis in der (näheren) Umgebung der eigenen Feuerwehr zu finden.
Sortierung: zuerst Landkreis Schweinfurt, dann die weiteren Landkreise alphabetisch, innerhalb eines Landkreises nach Ort. Die Reihenfolge stellt ausdrücklich keine Wertung dar.
Landkreis Schweinfurt5 Praxen
- Ärztezentrum GerolzhofenSchwarzenbergstr. 3, 97447 Gerolzhofen+49 9382 310060
- Lavinia HorlingKarl-Schöner-Str. 5a, 97469 Gochsheim+49 9721 5330116
- Praxis an den BachgärtenHauptstr. 29, 97453 Schonungen+49 9721 59284
- OberlandpraxisSulzdorfer Str. 6a, 97488 Stadtlauringen+49 9724 543
- Dr. med. Joachim RuppinAm Hag 33, 97529 Sulzheim+49 9382 1598
Landkreis Bad Kissingen4 Praxen
- Dr. Horst MichelBahnhofstr. 16, 97714 Ebenhausen+49 9725 708453
- Hausarztpraxis EuerdorfSchweinfurter Str. 11, 97717 Euerdorf+49 9704 5870
- Ärztezentrum HammelburgOfenthaler Weg 20, 97762 Hammelburg+49 9732 91200
- Dr. med. Waldemar WeberRingstr. 19, 97517 Rannungen+49 9738 219
Landkreis Haßberge2 Praxen
- Dr. med. Martin HeitmannFrankenstr. 10, 97491 Aidhausen+49 9526 290
- Ärztezentrum MaintalWallburgstr. 3, 97483 Eltmann+49 9522 94220
Landkreis Main-Spessart1 Praxis
- Gemeinschaftspraxis Raab & Dr. ScheuerleinKarlstadter Str. 5, 97450 Arnstein+49 9363 90700
Landkreis Würzburg1 Praxis
- Gemeinschaftspraxis Dr. med. Franz und Frédéric KlugeLindenallee 2, 97241 Bergtheim+49 9367 3990
Hinweis: Es ist nicht unsere Intention, mit dieser Liste einzelne Ärztinnen bzw. Ärzte zu empfehlen. Die Daten wurden im Zuge der Atemschutzlehrgänge erfasst: Grundlage sind die ausstellenden Arztpraxen auf den uns vorgelegten Eignungsuntersuchungen (Eignungsnachweise, bisher G 26.3).
Ihre Ansprechpartner
Fragen zu Lehrgängen, Terminen oder Übungen? Die Kreisbrandmeister des Fachbereichs Atemschutzausbildung helfen gerne weiter.
Ralf Weippert
Kreisbrandmeister FL Schweinfurt-Land 1/4
Grundlehrgang Atemschutzgeräteträger (Basismodul) und Lehrgang Chemikalienschutzanzug Form 3 sowie allgemeine Fragen zur Atemschutzausbildung.
0177 5244495Christian Böhm
Kreisbrandmeister FL Schweinfurt-Land 1/5
Belastungsübungen und Brandübungscontainer im Atemschutzzentrum Niederwerrn.
0171 8366906Lernunterlagen & Links
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