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Freitag, 08 Dezember 2006 00:00

Erste gemeinsame Übung des neu strukturierten AC-Zuges Säureaustritt als Übungsszenario

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BERGRHEINFELD (HOF) Samstag, 16 Uhr - in Bergrheinfeld, Geldersheim und Werneck gehen Meldeempfänger und Sirenen an. Gemeldet wird der Austritt eines gefährlichen Stoffes im Problemmülllager der Firma NBS-Sulo im Bergrheinfelder Industriegebiet "Am Bahnhof". Menschenleben sind in Gefahr.

Etwa sieben Minuten nach dem Alarm sind die ersten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bergrheinfeld vor Ort. Dann geht es Schlag auf Schlag: Den vier Bergrheinfelder Fahrzeugen folgen sieben aus Werneck sowie drei aus Geldersheim und dem Einsatzleitwagen der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UgÖEL) des Landkreises. Später wird noch die FF Grafenrheinfeld nachalarmiert.

Glücklicherweise handelte sich um ein Übungsszenario. Hier soll das Zusammenwirken der Einsatzkräfte des seit 1. Januar dieses Jahres umstrukturierten AC-Zuges geübt werden. Kreisbrandmeister Holger Strunk, Leiter des AC-Zuges, hat die Aufgaben verteilt: Die Dekon-Gruppe der FF Bergrheinfeld baut einen Dekontaminationsplatz mit Zelt auf. Unter Chemiekalienschutzanzug (CSA) dichten Feuerwehrleute aus Werneck das Leck im Säurebehälter ab. Am Atemschutzgerätewagen der FF Geldersheim sammeln sich die Geräteträger für schweren Atemschutz. Die AC-Erkunder Stadt und Land sammeln Messdaten über die mögliche Belastung der Luft durch Schadstoffe.

Währenddessen bauen zwei Gruppen eine Wasserwand auf, um den Säurenebel niederzuschlagen. Bei der UGÖEL gehen Messdaten und Wettermeldungen ein. Eine erste Einsatzbesprechung mit Lagemeldung findet statt. Ein Lautsprecherwagen der Feuerwehr informiert die Anwohner über mögliche Gefahren. Zwei Verletzte werden gerettet und nach deren Dekontamination den Maltesern aus Grafenrheinfeld übergeben.

Das Übungsszenario lässt bei den Bergrheinfelder Feuerwehrleuten schlechte Erinnerungen aufkommen. Im Jahr 1998 war bei der Firma NBS in der Sortieranlage illegal entsorgtes CS-Reizgas ausgetreten. 36 Personen wurden damals in die Klinik eingeliefert. Erst nach sechsstündigem Einsatz war die Ursache für diese Vergiftungserscheinungen gefunden worden.

Heute sind die Einsatzkräfte vorsichtiger: Schadstoffmessungen, Arbeiten unter Vollschutz und Dekontamination der eingesetzten Kräfte stehen im Vordergrund des Geschehens. Nach rund 100 Minuten ist die Übung zu Ende, eine Besprechung folgt. Insgesamt waren rund 120 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst mit 20 Fahrzeugen im Einsatz. Kreisbrandrat Georg Vollmuth lobte das engagierte Arbeiten der Einsatzkräfte. Und Kreisbrandmeister Holger Strunk erläuterte, diese Übung habe dem Kennenlernen und dem gemeinsamen Zusammenarbeiten gedient. Weitere gemeinsame Ausbildung werde folgen.

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