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Montag, 04 November 2002 12:47

"Welchen Weg gehst du, Feuerwehrmann?" - Festvortrag von KBI Schemm

geschrieben von

Welchen Weg gehst du, Feuerwehrmann?

Persönliche Gedanken zum bayerischen Feuerlöschwesen

 

Ein Festvortrag von KBI Gottfried Schemm

 

1.                  Einleitung und Hinführung

2.                  Was es bedeutet Feuerwehrmann zu sein

3.                  Warum tritt man freiwillig der Feuerwehr bei?

3.1.                                     „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ –

Was ist das heute noch wert?

4.                  Der Begriff  „Kameradschaft“

5.                  Die Technik und der Umgang mit ihr

5.1.                                    Technische Entwicklungen

5.2.                                    Taktik

5.3.                                    Veränderungen in der Ausbildung

6.                  Psychische Belastungen einst und jetzt

7.                  Menschen im Umfeld des Feuerwehrmannes

7.1.                                    Die Betroffenen und ihre Angehörigen, Notfallseelsorge

7.2.                                    Die Familie

7.3.                                    Der Arbeitgeber

7.4.                                    Der Freundeskreis

7.5.                                    Schaulustige

7.6.                                    Vorgesetzte in der Feuerwehr

7.6.1.                                          Der Kommandant

7.6.2.                                          Die Kreisbrandinspektion

7.6.3.                                          Der Bürgermeister

7.6.4.                                          Der Landrat

7.6.5.                                          Der Innenminister

7.7.                                    Der Spötter auf der Straße

7.7.1.                                          Beschreibung

7.7.2.                                          Verhalten dem Spötter gegenüber

8.                  Ausblick: Wie wird sich das Feuerwehrwesen entwickeln?

 

 

 

 

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

werte Ehrengäste, liebe Feuerwehrkameraden und -kameradinnen.

 

1.      Einleitung und Hinführung

 

125 Jahre Feuerwehr ... – das sagt schon ’was aus.

Man sieht darin einundeinviertel Jahrhundert Zivilcourage, Einsatz für die Gemeinschaft, Nächstenliebe, Mut und Einsatzfreude, aber auch Ängste, Zögern, Verzweiflung, Mutlosigkeit und viele emotionale Belastungen und Begeisterungen mehr.

Man sieht Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit, aber auch Scheitern, Abbruch und vielleicht Resignation.

Einige der 125 Jahre durfte ich in ... miterleben, mittragen und auch mitgestalten. Die Daten der Geschichte ab der Gründung finden Sie in den Festschriften zusammengetragen.

 

2.      Was es bedeutet Feuerwehrmann zu sein

 

Meine Damen und Herren, können Sie sich noch erinnern, was der kleine Drache Grisu im Vorspann zu der gleichnamigen Zeichentrickserie schreit?

„Ich will Feuerwehrmann werden!“

Warum eigentlich?

Warum will man Feuerwehrmann werden?

Neulich las ich auf dem T-Shirt eines jungen Feuerwehrkameraden:

„Andere rennen raus, wir rennen rein!“

 

3.      Warum tritt man freiwillig der Feuerwehr bei?

Gott sei Dank ist es bei den meisten Wehren so, dass das Nachwuchsproblem relativ gering ist. Die Jugendarbeit der Feuerwehren muss gut sein, sonst wären die jungen Menschen kaum bereit, in ihrer Freizeit die Ausbildung für den Dienst am Nächsten auf sich zu nehmen.

Ein Einschnitt tritt meist dann auf, wenn es um die Frage geht, ob dieser Dienst dann wahrhaftig auch bei den Aktiven ausgeführt werden soll.

Bei der Entscheidungsfindung der etwa 18jährigen jungen Leute spielen viele Faktoren eine Rolle. Einige will ich kurz ansprechen:

  1. Es sind noch mehr Vereine, die um die Gunst der Jugend buhlen.
  2. Wer realistisch den Einsatzdienst betrachtet, der stellt fest, dass nicht nur Abenteuerlust und Gemeinschaftsgefühl befriedigt werden, sondern auch „blood, sweat and tears“ („Blut, Schweiß und Tränen“) gefordert sein können. Schon manchen hat das abgeschreckt.
  3. Die Freundin oder der Freund reden normalerweise auch ein Wörtchen mit.
  4. Wenn die Ausbildung überzeugend war, dann ist der junge Mensch auch überzeugt, dass er gebraucht wird und dass er sich einsetzen muss.
  5. Wenn die Umwelt und das Umfeld, also die Gesellschaft, eine Leistung anerkennen und honorieren, dann wird sie auch gerne erbracht.

 

4.1.„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ –

Was ist das heute noch wert?

 

Wie großmächtig prangt dieser Spruch auf so mancher Feuerwehrfahne, aber besitzt er eigentlich noch seine Gültigkeit?

Dass unsere Einsätze für andere, für den Mitmenschen sind, das ist wohl selbstverständlich, aber denken wir dabei auch an Gott?

Lassen sie sich von mir nicht verunsichern!

In vielen Gesprächen mit Kameraden und Vorgesetzten habe ich festgestellt und mit innerer Freude erkennen dürfen, dass gerade bei den Feuerwehrleuten das Wissen um den Schutz und den Segen des Allmächtigen eine große, wenn auch nicht immer laut ausgesprochene Rolle spielt. Betrachten Sie sich nur das Programm dieses Festes, es ist den Planern vollkommen klar gewesen, dass zu so einem Fest auch ein Festgottesdienst gehört. Außerdem kenne ich auch nur ganz wenige Feuerwehren, die bei der Übergabe eines Hauses oder eines Feuerwehrfahrzeuges darauf verzichten, den Segen Gottes für sich, die Mannschaft und die Ausrüstung zu erbitten. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch, wie wir am 16. Mai 1987 nicht unbedingt schön, aber um so kräftiger anlässlich der Gerätehauseinweihung „Großer Gott, wir loben dich ...“ gesungen haben.

 

4.      Der Begriff  „Kameradschaft“

 

Das sind eben auch Momente, die eine Teilantwort auf die Frage, warum man zur Feuerwehr gehe, liefern. Es ist in dem o.g. Fall das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Hier wurde gemeinsam etwas geleistet, wofür man dankbar ist.

Dieses Gefühl stellt sich vor allem nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Einsatz ein, wobei man gleich hinzufügen muss, dass die Einsätze der Feuerwehren deshalb meist erfolgreich abgeschlossen werden, weil sich die Feuerwehrleute in unzähligen theoretischen und praktischen Ausbildungs-stunden auf die Einsätze vorbereiteten.

Man muss nur einmal versuchen sich vorzustellen, wie es ist, wenn man nachts aus den schönsten Träumen durch den Piepser oder die Sirene gerissen und zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen gerufen wird. Man zieht sich so schnell wie möglich an, eilt zum Gerätehaus, trifft die Kameraden und Kameradinnen und fährt schnell, aber mit der nötigen Um- und Vorsicht zum Einsatzort. Dort findet man zerstörte Autos, eingeklemmte still jammernde oder laut schreiende Menschen, hilflose Passanten, besserwissende Alleswisser und was weiß ich noch vor. Jetzt gilt es den Überblick zu behalten und effektiv zu helfen. Eingeklemmte müssen befreit und labile Fahrzeuge gesichert werden, Eigensicherung ist angesagt, patientengerechte Rettung ist gefordert, der Notarzt bestimmt den Arbeitsrhythmus, das Blech gibt nicht nach, der Spreizer rutscht ab, die Holme müssen durchgeschnitten, das Dach muss abgehoben werden, dem Verunfallten wird das Vorgehen erklärt, er wird mit einer Decke abgeschirmt, hoffentlich sind seine Verletzungen nicht so schwer, endlich sind die Füße befreit, jetzt vorsichtig auf die Schaufeltrage, denkt an mögliche Rückgratverletzungen, ja, so ist’s gut. Geschafft! Der Verletzte ist dem Rettungsdienst übergeben und wird im RTW oder NAW versorgt, wir beseitigen die Ölspuren.

Danach sitzen wir bei einem gemeinsamen Frühstück im Gerätehaus und wissen, ohne dass es irgendeiner großartig benennen muss, dass wir gemeinsam etwas Großartiges geleistet haben, wir haben geholfen, einem Menschen das Leben zu erhalten.

Natürlich kann man es mit dem Ehrenamt auch so halten, wie es Joachim Ringelnatz ironisch in einem Gedicht sagt:

„Willst du froh und glücklich leben,

laß kein Ehrenamt dir geben.

Willst du nicht zu früh ins Grab,

lehne jedes Amt gleich ab.

Wie viel Mühe, wie viel Plagen,

wie viel Ärger musst du tragen.

Gibst viel Geld aus, opferst Zeit.

Und der Lohn? Undankbarkeit!

Drum rat ich dir im Treuen,

willst du Frau und Kind erfreuen,

soll dein Kopf dir nicht mehr brummen,

laß das Amt doch den andern Dummen!“

 

Hingegen der Landesfeuerwehrverband hatte hierzu im vergangenen „Jahr des Ehrenamtes“ in einem Faltblatt folgende Zeilen abgedruckt:

 

„ ...

Zeit für ehrenamtliches Engagement

Fünf Stunden in der Woche investiert durchschnittlich jeder ehrenamtlich Aktive in sein Engagement. Jeder dritte unter den ehrenamtlich Engagierten wendet sogar wesentlich mehr Zeit dafür auf.

 

Motive für freiwilliges Engagement

Die meisten ehrenamtlich Tätigen in der Feuerwehr bezeichnen ihr Engagement als wichtigen oder sehr wichtigen Teil ihres Lebens. Freiwillig Feuerwehrarbeit zu leisten, ist für sie eine wertvolle und wichtige Erfahrung. Der Wunsch, etwas für das Gemeinwohl zu tun und anderen Menschen helfen zu können, verbindet sich dabei mit der Erwartung, dass die Tätigkeit auch Spaß machen soll. Für viele der Engagierten ist es darüber hinaus wichtig, ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu erweitern.

 

Hohes Potenzial an Freiwilligen

In Bayern gibt es mehr als 360.000 Freiwillige, die aktiven Feuerwehrdienst leisten. Bundesweit sind es rund 1,3 Millionen. Und viele davon sind bereit, ihr Engagement auszuweiten, denn sie wissen:

 

„Was ich kann, ist unbezahlbar!“

 

Freiwillige Tätigkeiten sind heute mehr denn je ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Ihre Bedeutung sollte gerade in einer von einer wachsenden Dienstleistungsorientierung geprägten Zeit allen Bürgern und den politisch

Verantwortlichen neu bewusst werden[1] – denn:

  • Wer kommt rund um die Uhr, immer wenn man Hilfe braucht, weil die Wohnung in Flammen steht und sich womöglich noch Familienmitglieder darin befinden?

 

  • Wer kommt, wenn man in einen Verkehrsunfall verwickelt und hilflos im Auto eingeklemmt ist?

 

 

  • Wer lässt Frau und Kinder allein und riskiert seine Gesundheit oder seinen Arbeitsplatz, um Ihnen und Ihrer Familie zu helfen.

 

Das sollten Sie bedenken!

Der Dienst und die Hilfe an der Gemeinschaft und am Gemeinwohl sind heute – in einer überwiegend freizeit- und konsumorientierten Ellbogen-Gesellschaft – leider nicht mehr selbstverständlich.

Die Freiwilligen in den Feuerwehren, die engagiert ihre Freizeit für die Sicherheit der Bürger zur Verfügung stellen, sind deshalb eher die Ausnahme.

 

Ferner ist es – ohne dabei die wertvolle Arbeit anderer schmälern zu wollen – ein Unterschied, ob jemand ehrenamtlich in einem Freizeitclub mit genau vorausplanbaren Aktivitäten tätig ist oder ob er in der Feuerwehr Dienst leistet und damit

  • organisatorische Aufgaben in der Feuerwehr oder im Feuerwehrverein wahrzunehmen hat,
  • Übungen, Aus- und Fortbildung absolvieren muss,
  • nie weiß, wann der nächste Einsatz kommt,
  • zusätzlich auch die Verantwortung für seine Kameraden trägt und bei einem Misserfolg nicht nur im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit steht, sondern auch juristisch belangt werden kann.

...“

 

5.      Die Technik und der Umgang mit ihr

6.1.Technische Entwicklungen

6.2.Taktik

Ich kann das alles aber nur dann mit meinen Kameraden bewerkstelligen, wenn der technische Fortschritt, der sich im Laufe der Zeit ergeben hat, durch einen technischen Fortschritt bei der Ausrüstung der Feuerwehren weitgehend egalisiert wird.

Ein Beispiel:

Allein schon ein Blick in die Statistik zeigt die Verlagerung der Einsatzgebiete weg vom klassischen Brand hin zur technischen Hilfeleistung. Im landesweiten Mittel kommen derzeit auf einen Brandeinsatz etwa vier Hilfeleistungseinsätze im technischen Bereich. Wenn wir uns vorstellen, dass die Feuerwehren in ihrer Ausrüstung für den technischen Bereich bei der 70mm Brechstange geblieben wären, dann möchte ich nicht danach fragen müssen, wie vielen verunfallten Menschen nicht hätte geholfen werden können, d.h. wie viele Menschen auf den Straßen hätten sterben müssen. Glauben Sie mir, liebe Kameradinnen und Kameraden, meine Damen und Herren, dass wir derzeit die niedrigste Quote an tödlichen Unfällen im Straßenverkehr seit Einführung der diesbezüglichen Statistik haben, ist zu weiten Teilen auch ein Verdienst schneller und effektiver Rettung durch die Feuerwehren dieses Landes.

Das muss jetzt nicht heißen, dass man alle Wünsche eines jeden Kommandanten mit allem, was der Feuerwehrmarkt zu bieten hat, erfüllen muss, nein, es geht vielmehr darum, mit Vernunft, Weitsicht und sinnvoller Planung die jeweiligen Feuerwehren ihren Bedürfnissen und der Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Menschen in den Gemeinden, Städten und Landkreisen entsprechend auszurüsten.

Natürlich bedeutet das Kosten für die Kommunen, natürlich bedeutet das Kosten für die Landkreise, natürlich bedeutet das Kosten für den Freistaat, aber wer hat denn jemals behauptet, dass die Rettung von Leben sowie von Hab und Gut, dass der Einsatz für das Gemeinwohl kostenfrei seien?

Entscheidend ist, dass die Feuerwehren, deren Führungskräfte und die kommunal Verantwortlichen gemeinsam, ich wiederhole: gemeinsam die Aufgabe mit all ihren  Facetten im Auge behalten und die Ausrüstung sinnvoll auswählen und beschaffen. Aufmerksam die Fachmessen, wie z.B. die „Interschutz“ zu besuchen, um auf dem laufenden Stand der technischen Entwicklungen zu sein, kann hierbei nur hilfreich sein. Im Zusammenspiel von Ausrüstung und Einsatz derselben muss natürlich ein System gestaltet sein, das die gegenseitige Hilfeleistung sicherstellt. So hat sich die Struktur der Ortswehren in Zusammenarbeit mit den Stützpunktwehren sowie das Zusammenwirken verschiedener Ortsteil-wehren mit federführendem Kommandanten durchaus in den letzten Jahrzehnten bewährt und sollte deshalb nur dann geändert werden, wenn wirklich eine zwingende Notwendigkeit vorliegt.

 

6.2.Veränderungen in der Ausbildung

Was aber nützen die optimale Ausrüstung, was nützen motivierte Feuer-wehrleute, wenn diese nicht in der Lage sind, entsprechend mit der bereit gestellten Ausrüstung umzugehen?

Es ist deshalb unerlässlich wichtig, dass aus zwei Gründen eine gründliche Ausbildung erfolgt.

Der eine Grund ist hinreichend bekannt und schnell einzusehen:

Um effektiv helfen zu können, müssen die Bedienung der vorhandenen Gerätschaften sowie die dazugehörige Einsatztaktik von den Führungs- wie von den Mannschaftsdienstgraden beherrscht werden. Das bedeutet natürlich, dass der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau von Anfang an die Schulbank zu drücken hat, um sich so vorzubereiten, dass das Erforderliche im Einsatz erkannt und eingesetzt wird. Dieser Lernprozess endet in der Regel erst mit dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst und betrifft alle, aber wirklich alle Feuerwehrdienstleistenden vom Feuerwehranwärter bis hin zum Kreisbrandrat, nicht umsonst wurde vorhin auf die Notwendigkeit der Anpassung an die ständig sich verändernden Einsatzsituationen und –mittel hingewiesen.

Der zweite, meines Erachtens genauso wichtige Grund ist der, dass jeder wohl behalten vom Einsatz zurückkehren soll, d.h.: Wer gut ausgebildet und vorbereitet ist, kann sich in gefahrvollen Situationen besser zurechtfinden, als der, der keine Ahnung hat. Derjenige, der die Eigensicherung vernachlässigt, ist sicher kein Held.

Meine Damen und Herren, das beginnt aber bereits bei der persönlichen Schutzausrüstung: Leider muss man auf Einsatzstellen immer wieder Feuerwehrleute aus dem Verkehr ziehen, die im Schlafanzug, mit Gummistiefeln, einer alten Schutzanzugjacke „Bayern I“ und, wenn überhaupt, einem alten roten Helm an vorderster Front kämpfen und auch noch darauf warten ob ihrer Heldenhaftigkeit belobigt zu werden.

„Leichtsinn ist kein Mut, Vorsicht keine Feigheit!“

Diesen beiden Anliegen, der effektiven Einsatztätigkeit und dem sicheren Eigenschutz, haben sich dann in der Ausbildung Inhalte, Didaktik und Methodik unterzuordnen. Unsere drei in Bayern installierten Staatlichen Feuerwehrschulen in Würzburg, Regensburg und Geretsried werden diesen Ansprüchen gerecht und bieten sowohl durch die Quantität wie auch durch die Qualität ihres Lehrgangsangebotes die Möglichkeit, Qualifikationen zum einen für den Einsatzalltag und zum anderen für die Ausbildung auf Kreis- und auch auf Standortebene zu erwerben.

Auch in ... hat man diese Möglichkeiten genutzt, ich zitiere aus Ausführungen des Kommandanten ... :

„... Die Ausbildung findet zugweise im 14-tägigen Wechsel statt, so dass sich für jeden Feuerwehrdienstleistenden mindestens 12 Übungen jährlich ergeben. Des weiteren finden Ausbildungsveranstaltungen zur Vorbereitung von Leistungsprüfungen, sowohl nach FwDv 4

als auch der Technischen Hilfeleistung, statt.

Die 56-stündige feuerwehrtechnische Grundausbildung nach FwDV 2/2 wird durch die Führungsmannschaft der FF ... seit 1991 am Standort ... durchgeführt.

Bei Wartungs- und Reinigungsarbeiten finden ergänzende Ausbildungen statt. ...“ Zitat Ende

 

7.      Psychische Belastungen einst und jetzt

 

Auch ich bin drin! Und oft lasse ich die Suchmaschine unter dem Stichwort „Feuerwehr“ arbeiten und bin überrascht über das Suchergebnis. Eine Vielzahl und eine Vielfalt von Angeboten tut sich auf, Unsinn und sehr Bezeichnendes, sachliche Information und sehr persönliche Aussagen.

Eine dieser sehr persönlichen Aussagen aus dem Internet möchte ich euch, liebe Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, und Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, in Auszügen vorstellen.

 

 

Ich wünschte, du könntest ...

 

Ich wünschte, du könntest den Kummer des Geschäftsmannes sehen als sein Lebenswerk in Flammen aufging ...

 

Ich wünschte, du könntest fühlen, wie es ist, ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Kindern abzusuchen. ...

 

Ich wünschte, du könntest die Furcht in den Augen einer Ehefrau um 3 Uhr morgens sehen, wenn ich ihrem 40 Jahre alten Ehemann den Puls fühle und keinen finde...

 

Ich wünschte, du könntest den unvergleichlichen Geruch von brennenden Isolierungen, den Geschmack von Ruß auf deinen Schleimhäuten, das Gefühl der intensiven Hitze, die durch deine Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen und die Beklemmung, absolut nichts durch diesen dichten Rauch zu sehen, nachempfinden. ...

 

Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, am Morgen zur Arbeit zu gehen, nachdem du den Großteil der Nacht wieder im Einsatz verbracht hast.

 

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich zu einem entstehenden Feuer gerufen werde. ...

 

Ich wünschte, du könntest in der Notaufnahme dabei sein, wenn der Arzt das hübsche 5 Jahre alte Mädchen für tot erklärt, nachdem ich es zuvor 25 Minuten lang versucht habe am Leben zu halten. ...

 

Ich wünschte, du könntest die Frustration im Führerhaus des Löschfahrzeuges fühlen, wenn der Maschinist wieder und wieder auf den Schalter des Martinhornes drückt und vergeblich versucht sich „Freie Fahrt“ zu verschaffen. ...

 

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich helfe, eine junge Frau aus den Trümmern ihres zertrümmerten Wagens zu retten. ...

 

Ich wünschte, du könntest wissen, wie es sich anfühlt nach Hause zu kommen, die Familie zu begrüßen, aber nicht das Herz zu haben ihnen zu erzählen, dass ich beinahe von meinem letzten Einsatz nicht zurückgekommen wäre. ...

 

Ich wünschte, du könntest die Kameradschaft und die Befriedigung, Leben gerettet oder jemandes Eigentum geschützt zu haben, erfahren, da zu sein zur richtigen Zeitz, am richtigen Ort, in der Gefahr oder aus der Hektik und dem Chaos heraus Ordnung zu schaffen.

 

...

 

Solange du dieses Leben nicht durchgemacht hast,

wirst du niemals wirklich verstehen oder einschätzen können,

wer ich bin, was wir sind oder was uns unsere Arbeit wirklich bedeutet.“

 

Hier schreit sich einer nicht unbedingt sprachlich hochwertig, aber inhaltlich ziemlich ehrlich von der Seele, was ihn belastet. Es sind zum einen die Eindrücke, die Erinnerungen, das mit den Sinnen Wahrgenommene und Gespeicherte. Wir sehen, und die Bilder brennen sich in der Seele ein, wir hören, und erkennen diese Geräusche beim nächsten Mal sofort wieder, wir riechen, und bekommen diese ganz spezifischen Gerüche nie mehr aus der Nase, wir schmecken, die Zunge wird pelzig, wir tasten und ertasten und fürchten uns, beim nächsten Mal genau das wieder zu ertasten.

Zum anderen belastet diesen Internetkameraden, dass unsere Mitmenschen oft nicht bereit sind, uns zu verstehen. Für viele ist Feuerwehr ein Verein, in dem man ab und zu mit den roten Autos spielt, damit man nachher zünftig einen heben kann. Solche Feuerwehren soll es geben, aber sie sind sicher nicht stellvertretend für all die Feuerwehrleute, mit denen ich und wir alle hier zu tun haben. Diese Art von Unverständnis kann sich bis in die eigene Familie schleichen und dann ist es schon sehr schmerzhaft, wenn man sich verstanden und unterstützt wissen möchte, aber nur Unverständnis bis hin zur Ablehnung erfährt. Aber Gott sei Dank ist das die ruhmlose Ausnahme, ich weiß, und bin immer wieder dankbar, dies erfahren zu dürfen, dass in den meisten Familien die Ehefrauen und –männer die Arbeit ihrer Partner würdigen und tatkräftig unterstützen bis hin zur eigenen aktiven Mitarbeit in der Feuerwehr.

Aber trotzdem sind diese Belastungen vorhanden und lassen sich nicht einfach wegleugnen nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“

Es gibt inzwischen reichlich Literatur und auch Lehrgangsangebote zu den Themen „Stress“ und „Stressbewältigung“, so dass ich mir erlauben kann, sehr oberflächlich lediglich auf einige, wenn auch sehr wichtige Möglichkeiten hinzuweisen.

 

Der Fachberater Seelsorge bzw. die Notfallseelsorge, eine Einrichtung, die inzwischen fast bundesweit in den Landkreisen etabliert ist, stellt eine sehr wichtige Ansprechstation im Einsatz für Betroffene, deren Angehörige und für die Einsatzkräfte dar. Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass gerade nach für den einen oder anderen traumatisch verlaufenem Einsatz der Fachberater Seelsorge zu klärenden und hilfreichen Gesprächen bereitsteht.

Man erkennt diese Seelsorgekameraden entweder an den gelben

Schutzjacken oder an dem schwarzen Fachberater-Dreieck

auf dem linken Ärmel sowohl der Ausgehuniform wie auch der Schutzkleidung für den Einsatz.

Nebenbei noch in kleiner Tipp für einen selbst und auch an die Herren Kommandanten. Man darf sich ruhig nach einem Einsatz, in dem man sein Bestes gegeben hat, selbst belohnen und etwas Gutes tun. Ob das nun das aus der Vereinskasse spendierte gemeinsame Frühstück nach einem nächtlichen Einsatz oder die extra Portion Eis nur für einen persönlich ist, das bleibt dann der Phantasie des Einzelnen überlassen.

 

8.      Menschen im Umfeld des Feuerwehrmannes

Der Feuerwehrmann ist zwar grundsätzlich als einzelner und stets persönlich betroffen, seine Arbeit aber zu betrachten, bedeutet auch immer seine Umwelt miteinzubeziehen.

Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, nun als eine Art Schlusskapitel dieses Unterfangen wagen, lassen Sie mich die Menschen aufzählen und betrachten, die unweigerlich direkt oder indirekt mit jedem Einsatz und den davor nötigen Übungen in Verbindung stehen, und sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich die eine oder andere Gruppe nicht bemerkt oder übersehen habe.

8.1.Die Betroffenen und ihre Angehörigen, Notfallseelsorge

Der von einem Schadensereignis Betroffene steht im Mittelpunkt unserer Arbeit, ihm zu helfen, ist unsere grundständige Aufgabe: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“ „Wer ist denn aber nun mein Nächster?“ wird Jesus im Lukasevangelium (Lukas 10,25-37) von einem Schriftgelehrten gefragt, der vorher versucht hatte, Jesus aufs Glatteis zu führen, und sich dafür einen Hinweis auf das alttestamentliche Nächstenliebegebot (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18) einhandelte.

Um diese Frage des Schriftgelehrten zu beantworten erzählt Jesus ein Gleichnis, das zwar altbekannt, aber immer noch von einer außerordentlichen Aktualität ist. Er erzählt[2] von einem, der auf einsamer und unsicherer Straße überfallen und lebensgefährlich verletzt wird. Zwei Passanten, von denen man eigentlich erwarten könnte, dass sie helfen würden, gehen, obwohl sie den Verletzten bemerken, vorbei und überlassen ihn seinem Schicksal, erst der dritte, ein Mann aus Samaria, von dem jeder Zuhörer Jesu überzeugt gewesen wäre, dass sich der nicht um den Verunfallten kümmern würde, erst dieser Mann leistet Erste Hilfe und geht sogar noch weiter, er übernimmt die Kosten für die weitere Pflege.

Untersuchungen des ADAC haben ergeben, dass bei Unfallsituationen etwa lediglich 10% der Passanten angehalten und Hilfe geleistet haben, da kann das Überfallopfer aus Jesu Gleichnis ja noch froh sein, nicht in unserer Zeit gelebt zu haben.

Spaß beiseite! Ich will hier lediglich darauf hinweisen, dass das Problem der Diskrepanz zwischen helfenden und nicht helfenden Mitmenschen offensichtlich kein neues, aber doch ein sich verschärfendes Problem ist. Viele Menschen unserer Zeit verlassen sich darauf, dass grundsätzlich alles, auch die Hilfe für Notleidende staatlich organisiert und deshalb keine persönliche Anfrage an einen selbst ist. Festzuhalten ist auf alle Fälle, dass wohl kein Mitglied einer Feuerwehr achtlos an dem Hilflosen vorbeigegangen wäre.

Wir helfen, ob wir nun privat unterwegs sind oder im Dienst gerufen werden, aus Notlagen zu befreien, und wir kümmern uns dabei selbstverständlich um die von der Notlage direkt Betroffenen und die mit den Betroffenen emotional verbundenen Menschen. Wie vorhin bereits erwähnt sind die Mitarbeiter der Notfallseelsorge hierfür die speziell für die Schäden an der Seele geschulten Fachkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes.

 

8.2.Die Familie

Die außerordentliche Wichtigkeit einer gut funktionierenden und den Feuerwehrmann, die Feuerwehrfrau umgebenden Familie wurde bereits erwähnt und kann nicht oft genug gelobt werden. Ohne die Rückendeckung unserer Partner wären wir oft sehr einsam und verlassen. Seid dankbar, liebe Feuerwehrkameraden und –kameradinnen, und zeigt das vor allem auch etwas häufiger euren Männern und Frauen!

 

8.3.Der Arbeitgeber

Es gab zur Brandschutzwoche 2000 unter anderem ein Plakat, das den Arbeitgebern gewidmet war mit dem Slogan: „Nur weil unsere Arbeitgeber Verständnis für unser Ehrenamt haben, können wir schnell und effizient Hilfe leisten.“  - Viele Feuerwehren gingen inzwischen dazu über, sich bei den verschiedenen Arbeitgebern ihrer Feuerwehrdienstleistenden öffentlich für das Verständnis zu bedanken. Das ist gut so! Aber allein schon die Notwendigkeit solcher Aktionen zeigt, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Helfen und Helfenlassen nicht mehr selbstverständlich sind.

 

8.4.Der Freundeskreis

Mitmenschen, mit denen ich mich ständig auseinandersetzen musste, welchen Sinn die Feuerwehrarbeit hat, zählen nicht oder nicht mehr zu meinen Freunden.

 

8.5.Schaulustige

Schaulustige: „Wichtige Mitarbeiter von freiwilligen und Berufs-Feuerwehren, die dazu dienen, die Löscharbeiten zu behindern. Ohne die Schaulustigen hätten die Feuerwehrleute meist niemanden, der ihnen im Weg steht und durch Besserwisserei auf die Nerven geht.“[3]

 

8.6.Vorgesetzte in der Feuerwehr

Kennen Sie den?

Wer arbeitet, macht Fehler!

 Wer nichts arbeitet, macht keine Fehler!

 Wer keine Fehler macht, wird befördert!

Das mit den Vorgesetzten ist so eine Sache. Ich will ’mal einige Gedanken hierzu aus der Sicht des einfachen Feuerwehrmannes aus der kämpfenden Truppe festhalten:

 

 

 

 

8.6.1.      Der Kommandant

Er ist, Gott sei Dank, gewählt. Das heißt nach sechs Jahren Machtmissbrauch muss er nicht wieder gewählt werden. Oder er wird noch einmal für sechs Jahre gewählt – Strafe muss sein!

 

8.6.2.      Die Kreisbrandinspektion

Manchmal können sie schon lästig sein, die Herren Kreisbrandmeister, Kreisbrandinspektoren oder gar der Kreisbrandrat. Sie tauchen immer dann auf, wenn man nicht mit ihnen rechnet, egal ob Ernstfall oder Übung.

 

8.6.3.      Der Bürgermeister

Den muss man bei Laune halten, weil er dafür zuständig ist, dass der Stadt- oder Gemeinderat davon überzeugt ist, dass dieses oder jenes Feuerwehrgerät unbedingt am eigenen Standort stationiert werden muss. Folglich wird er auch weiterhin zu allen wichtigen Veranstaltungen, besonders dem alljährlichen Faschingsball und dem Kameradschaftsabend eingeladen.

 

8.6.4.      Der Landrat

Genau so sollte auch mit dem Landrat verfahren werden, man weiß ja nie, ob man nicht einmal wieder einen Zuschuss aus der Kreiskasse bei Beschaffungen benötigt.

Eine wichtige Ausnahme bilden die Landrätinnen, deren es immer noch sehr wenige gibt Sie werden um ihrer selbst willen und wegen ihrer Anmut und Schönheit eingeladen und sind immer gern gesehen.

 

8.6.5.      Der Innenminister

Von ihm hoffen alle Feuerwehrleute innigst dereinst das Steckkreuz verliehen zu bekommen. In der Hoffnung liegt die Kraft!

 

8.7.Der Spötter auf der Straße

8.7.1.      Beschreibung

Jetzt ist Schluss mit lustig! Diese Kategorie Mensch muss wieder sehr ernsthaft betrachtet werden. Es gibt sie in großer Zahl. Sie sind von hemmungsloser Unkenntnis, was sie aber in keiner Weise daran hindert ihre Inkompetenz lautstark und unverhüllt allen Beteiligten unter Beweis zu stellen.

Diese Kategorie Mitbürger sitzt bequem in Freizeitkleidung im Sessel und weiß trotzdem immer, dass die Feuerwehrleute, die bei jedem Sauwetter draußen tätig sind, diese Tätigkeiten zu langsam, zu uneffektiv, zu teuer, zu wenig ausgebildet und nur zu ihrem eigenen Vergnügen unternehmen.

 

8.7.2.      Verhalten dem Spötter gegenüber

Meine sehr verehrten Damen und Herren, hüten Sie sich davor, mit Mitgliedern dieser Spezies zu diskutieren. Auf Grund langjähriger herablassender und überheblicher, aber keinesfalls aktiver Erfahrung im Brandschutzwesen sind diese Leute ob ihres Wissens über jeden Zweifel erhaben. Deshalb sollte man sie auch in ihrer Ruhe belassen.

 

9.      Ausblick: Wie wird sich das Feuerwehrwesen entwickeln?

Jetzt, zum Abschluss, noch ein Gedanke zum Erschrecken. Stellen Sie sich bitte mit allen Konsequenzen vor, jeder Einwohner einer Gemeinde wäre bereit, ab seinem 18. Lebensjahr Feuerwehrdienst zu leisten. Jeder träte deshalb mit 12 Jahren in die Jugendfeuerwehr ein, ließe sich ausbilden und bliebe der Feuerwehr , wenn es die Gesundheit zulässt, bis zum 60. Lebensjahr aktiv treu. Welch eine Vorstellung! Aber natürlich ist uns auch allen völlig klar, dass nicht jeder zum Feuerwehrmann, zur Feuerwehrfrau geboren ist. Da sich das eine Extrem sicher nicht einstellen wird, müssen wir uns lediglich fragen, ob wir das andere Extrem, den totalen Verlust der freiwillig Feuerwehrdienstleistenden fürchten müssen.

 

 „Welchen Weg gehst du, Feuerwehrmann?“

Diese Frage stand von Anfang an als Überschrift über den Überlegungen.

Wohin genau der Weg führen wird, kann ich auch nicht sagen, aber ich sehe sehr wohl, dass der Weg, den insbesondere die Feuerwehr ... und allgemein die Feuerwehren Bayerns gehen, ein guter und der richtige Weg ist. Die Erfolge lassen sich in den jährlich in der „brandwacht“ abgedruckten Einsatzstatistiken schwarz auf weiß nachlesen.

Wir haben durchweg mehr oder weniger gut ausgestattete Wehren mit hoher Deckungsbreite im Land stationiert, die von hochmotivierten Feuerwehrleuten betrieben werden. Dass es in einzelnen Fällen dieses oder jenes zu verbessern gilt, sei hier nicht geleugnet, aber man muss objektiverweise schon feststellen, dass in den vergangenen Jahrzehnten viel in den Bereichen Anschaffung und Unterbringung von den Kommunen, den Landkreisen, dem Freistaat, der Versicherungskammer und weiteren Sponsoren auf Anregung der Feuerwehren und in Anbetracht der Notwendigkeiten unternommen worden ist. Im Gegenzug strengten sich die Feuerwehren enorm an, um einerseits die Kosten, z.B. durch einen hohen Eigenleistungsanteil, so gering wie möglich zu halten, und um andererseits die notwendige Mannschaft zusammenzustellen und auszubilden.

Das Ergebnis sind hochmotivierte Einsatzkräfte, die das Motto der letztjährigen Aktionswoche[4] deutlich unter Beweis stellen:

 

Ihre Feuerwehr -

Unsere Freizeit für ihre Sicherheit

 

So danke ich Ihnen, liebe Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, meine sehr verehrten Damen und Herren für ihre geduldige Aufmerksamkeit und wünsche meiner Freiwilligen Feuerwehr ... zu ihrem Geburtstag alles erdenklich Gute und Gottes reichen Segen mit den Worten aus dem 12. Vers des 66. Psalmes:

 

Wir sind in Feuer und Wasser geraten.

Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.

Ps66,12b



[1] An dieser Stelle erlaube ich mir in einer Fußnote einige persönliche Gedanken zur wachsenden Dienstleistungsorientierung unserer Zeit einzufügen. Dienstleistungen sind nach dem derzeitigen allgemeinen Sprachgebrauch Tätigkeiten, die nicht der Gütererzeugung oder –verteilung dienen, sondern in persönlichen Leistungen bestehen. Diese können freiwillig oder gegen Entgelt erbracht werden. Was aber ist nun mit den Diensten, die die Feuerwehren freiwillig und unentgeltlich ihren Mitmenschen erbringen, wofür aber die Kommunen nach Art. 28 BayFwG Rechnungen erstellen und kassieren. Hier appelliere ich ganz besonders an die Verantwortlichen in der kommunalen Politik, an Sie, Frau Landrätin, an Sie, meine Herren Bürgermeister, und an Sie, meine Damen und Herren der Gemeinderatsversammlungen, ob es wirklich gerechtfertigt ist, Rechnungen für die Arbeit anderer zu stellen und ganz besonders zu überlegen, ob das Unglück eines Mitmenschen, dem zu helfen höchstes menschliches und christliches Gebot ist, Grundlage sein darf, um die verloren gegangene Feuerschutzabgabe wettzumachen. Es sind inzwischen bereits Fälle aufgetreten, dass Menschen, die in Notlagen geraten sind, aus Sorge um die Höhe einer möglichen Rechnung es zunächst unterlassen haben, den Notruf 112 zu wählen, wodurch eine Schadensbegrenzung auf Grund der verstrichenen Zeit nicht mehr möglich war. Es kann doch nicht angehen, dass sich die Gemeinschaft der Menschen wegen einer vergleichsweise geringen Einnahme um die Hilfsbereitschaft der „ersten und größten Bürgerinitiative“, die wegen ihrer Freiwilligkeit den Kommunen enorme Summen erspart, bringt. Bitte bedenken Sie in jedem Fall, dass der Art. 28 nicht zur Rechnungsstellung verpflichtet und dass Sie zudem durch die sog. Billigkeitsklausel jederzeit von einer Rechnungsstellung Abstand nehmen können. Denken Sie bitte auch daran, dass das, was Ihre Feuerwehrleute können, sowieso unbezahlbar ist.

[2] 30Das griff Jesus auf und sagte: „Ein Mann ging von Jerusalem hinab nach Jericho. Da wurde er von Räubern überfallen. Die zogen ihn aus, schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen. Nun kam zufällig ein Priester auf demselben Wege herab; der sah ihn und ging an ihm vorüber. Ebenso ein Levit: Er kam zu der Stelle, sah ihn und ging vorbei. Ein reisender Samariter jedoch kam auch an ich vorbei, der sah ihn und erbarmte sich, lief herzu, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm; dann setzte er ich auf sein Tier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am nächsten Morgen zog er zwei Silbermünzen heraus, gab sie dem Wirt und sagte: „Sorge für ihn. Und was du mehr brauchen solltest, will ich dir geben, wenn ich wieder zurückkomme.“ Was meinst du: Wer von diesen Dreien ist dem zum Nächsten geworden, der von den Räubern überfallen war?“

Er antwortete: „Der die Barmherzigkeit an ihm getan hat.“

Da sagte Jesus zu ihm: „So geh auch du hin und tue genauso!“

             Lukas 10,30-37

[3] aus: Feuerwehr, Ein fröhliches Wörterbuch ..., Tomus-Verlag München 1992, S. 71

[4]   früher: Brandschutzwoche

 

Vortrag befindet sich auch zum Herunterladen unter der Rubrik "Download".

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