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Flederer

Flederer

Schwerstarbeit in voller Montur

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan Dietzer
Fotos: Schweinfurter Tagblatt

Niederwerrn - Feuerwehrleute, die mit Atemschutzgerät umgehen können, werden heute bei den meisten Brandeinsätzen gebraucht. Die Ausbildung verlangt ihnen viel ab, nicht jeder der meist jungen Leute kommt mit dem Stress zurecht. Ein Selbstversuch beim jüngsten Lehrgang der Kreisbrandinspektion.

Allgemeine Taubheit, so könnte man das Gefühl in kompletter Atemschutz-Montur beschreiben. Der schwere Anzug macht jede Bewegung steif und ungelenk, auf dem Rücken hängt die schwere Atemluftflasche. Etwa 18 Kilogramm wiegt die Ausrüstung. Alle Sinne sind stark eingeschränkt. Vom Tastsinn lassen die feuerfesten Handschuhe nicht viel übrig. Der Kopf steckt in einer Sturmhaube, einem Helm und der Atemschutzmaske, deren Scheibe nur ein begrenztes Sichtfeld freigibt. Wenn man überhaupt etwas riecht, dann das Gummi der Maske. Wer noch nie einen Lungenautomaten benutzt hat, den verwirrt das laute Röcheln des eigenen Atems. Unweigerlich denkt man an den Bösewicht Darth Vader aus "Star Wars".

Samstagmittag auf dem Gelände des Feuerwehr-Ausbildungszentrums in Niederwerrn. Halbzeit für 15 junge Männer aus dem ganzen Landkreis. Vor einer Woche haben sie mit dem Atemschutzlehrgang begonnen, eine weitere steht ihnen bevor. Fast jeden Abend heißt es nach der Arbeit Theoretisches und Praktisches lernen, an drei Samstagen müssen sie von morgens bis nachmittags ran. Dazu kommt die nicht unerhebliche körperliche und psychische Belastung. Alle Teilnehmer mussten sich vorher einem intensiven Gesundheitstest unterziehen. "Schon den besteht nicht jeder", sagt Kreisbrandinspektor Peter Höhn. Die Gründe: Übergewicht, zu geringes Lungenvolumen oder schlechte Pulswerte beim Belastungs-EKG.

Auf allen vieren kriechen wir zu zweit und mit einem kurzen Seil verbunden in eine 50 Quadratmeter große Garage, die heute als Übungsraum dient. Hier ist es weder heiß noch verraucht wie bei einem echten Einsatz. Doch einfach ist die Aufgabe deswegen noch lange nicht: Eine Puppe in Menschengröße soll gefunden und ins Freie befördert werden. Um die minimale Sicht bei starker Rauchentwicklung zu simulieren, hat man die Scheiben unserer Masken zugeklebt. Außer Hell und Dunkel ist absolut nichts zu erkennen. Aus einem CD-Player dröhnen in voller Lautstärke Brandgeräusche, Sirenen und Hilfeschreie.

"Flash-over" heißt das Phänomen, das die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen buchstäblich in die Knie zwingt. Das plötzliche Durchzünden und Abbrennen von Gasgemischen ist extrem gefährlich und spielt sich im oberen Bereich von Räumen ab, wenn genug Sauerstoff für die Zündung vorhanden ist. Halbwegs sicher vor den Feuerwalzen ist man nur am Boden.

Also tasten wir nach der Methode "Topfschlagen für Erwachsene", seitlich leicht versetzt, den Raum Stück für Stück ab. Hindernisse zwingen uns zu Ausweichmanövern. Schon nach einigen Metern stoßen wir zusammen. Nur durch gegenseitiges Tasten nach den Gummistiefeln oder dem Helm des Partners lässt sich feststellen, welche Richtung er eingeschlagen hat. Ein langes Seil am Gürtel, das von Kollegen draußen gespannt wird, ist unsere Rückweg-Versicherung - und ständig im Weg. Im Uhrzeigersinn geht es durch den Raum, immer an den Wänden entlang.

Plötzlich ein Tisch. Holzstühle. Wir tasten alles ab. Nichts. Als es gerade weiter gehen soll, stoßen wir auf etwas Weiches. Die Puppe hängt in einer Ecke! Um ein Haar hätten wir sie nicht bemerkt. Wir stecken die Köpfe zusammen und brüllen gegen den Lärm an, wie wir weiter vorgehen. Die Masken erlauben das Sprechen, dämpfen die Lautstärke aber stark ab.

Die Puppe erscheint unglaublich schwer, 70 Kilogramm, wie wir später erfahren. Eigentlich kein besonders schwerer Mensch. Tragen würde zwar zu zweit gehen, aber aufstehen ist ja nicht drin. Also zerren wir auf Knien - einer an den Füßen, einer unter den Achseln der Puppe. Schwerstarbeit. Die Knie, der Rücken schmerzen, der Schweiß läuft in Strömen. In der Garage ist es etwa fünf Grad warm.

Dann ist es geschafft. Wie lange die Rettungsaktion gedauert hat, wissen wir nicht. Fünf Minuten? Zehn? Das Zeitgefühl ist unter Stress trügerisch. Wir können es nicht abschätzen. Als wir die Masken abnehmen sind wir erschrocken, dass zwischen dem Eingang und der Puppe keine zehn Meter lagen. Wie lange braucht man, um eine völlig unbekannte Wohnung mit vielen Zimmern, womöglich mehrere Etagen abzusuchen? Wie groß muss der Stress sein, wenn dort ein Feuer tobt? Wenn es unerträglich heiß ist? Wenn echte Menschen auf Hilfe warten?

Die 15 angehenden Geräteträger bekommen schon zwei Tage später einen Vorgeschmack darauf. Dann müssen sie sich zum ersten Mal auf der Atemschutzübungsstrecke in Schweinfurt bewähren und sich durch echte Hitze und echten Qualm kämpfen.

 

Landkreis wieder gut aufgestellt

Kreis Schweinfurt (SDI) Nach einer Vorschriftsänderung zum 1. Januar 2004 war die Zahl der Atemschutzgeräteträger im Landkreis dramatisch zurückgegangen - von 720 auf 235. Diese Zahl kam zustande, nachdem der Kreisfeuerwehrverband überprüft hatte, wer überhaupt noch die neuen, strengeren Kriterien erfüllt. Nach den neuen Vorschriften sind eine jährliche Gesundheitsuntersuchung, eine theoretische Fortbildung und der regelmäßige Besuch der Übungsstrecke Pflicht.

Grund für die Änderung waren Todesfälle bei Einsätzen in der Nähe von Aschaffenburg, wo ein Geräteträger zusammengebrochen war, weil er eine Herzkrankheit verschwiegen hatte, und bei Passau, wo sich ein Feuerwehrmann aus unbekannten Gründen die Maske vom Gesicht gerissen hatte. "Bei uns hat es Gott sei Dank noch nie einen Unfall bei einem solchen Einsatz gegeben", sagt Kreisbrandinspektor Peter Höhn, der im Landkreis Schweinfurt für die Atemschutzausbildung verantwortlich ist.

Durch die Neuerung verloren viele ausgebildete Geräteträger ihre Einsatzberechtigung. Die Feuerwehren im Landkreis mussten reagieren und schickten ihre Leute zur Fortbildung und auf die Übungsstrecke in Schweinfurt, die einzige in Stadt und Landkreis. "Die ist voll ausgelastet", wie Höhn erklärt. Einmal pro Jahr ist sie für jeden Geräteträger Pflicht, sinnvoll seien mehrere Durchläufe.

Der Kreisfeuerwehrverband bildet in etwa drei bis vier Lehrgängen pro Jahr zum Atemschutzgeräteträger aus. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 18 (das ist das Mindestalter) und 21 Jahren. Beim jüngsten Lehrgang waren 15 Mann dabei, "eine gute Lehrgangsgröße", sagt Höhn. Wenn zu viele Anfragen vorliegen, muss er die Feuerwehren bevorzugen, die bei den Geräteträgern unterbesetzt sind. Mittlerweile sind die Feuerwehren im Landkreis wieder recht gut versorgt. "450 bis 500 Einsatzbereite sind es", schätzt Höhn.

Bei einem Einsatz genügt ein einziges Zweier-Team nicht. Die Atemluft in der Flasche reicht unter Stress etwa eine halbe Stunde - inklusive Hin- und Rückweg im betreffenden Gebäude. "So bleiben für die eigentliche Aufgabe oft nur fünf oder zehn Minuten", erklärt Höhn. Danach muss das Team pausieren und ersetzt werden. Bei größeren Gebäuden muss zudem ein Zweier-Team als "Relais-Station" fungieren, weil sonst über die große Distanz der Funkkontakt abreißen würde.

Maximal dreimal kann ein Geräteträger bei einem Einsatz in das Gebäude. "Die psychische Belastung ist extrem groß", sagt Höhn. "Sie wissen nicht, was sie da drin erwartet."


15 Feuerwehrleute aus acht Wehren des Landkreises haben den Lehrgang für Atemschutzgeräteträger erfolgreich absolviert. Im Ausbildungszentrum in Niederwerrn und auf der Atemschutzübungsstrecke in Schweinfurt wurden sie von Kreisbrandinspektor Peter Höhn und den Kreisbrandmeistern Martin Helbig und Eugen Alban auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet. Die Ausbildung bestand aus 14 Stunden Theorie und 18 Stunden mit praktischen Übungen. In den zwei Wochen erfuhren die Feuerwehrler viel über die Atmung und über Atemgifte. Zum Abschluss standen eine praktische und eine schriftliche Prüfung an, die alle Teilnehmer bestanden. Neue Atemschutzgeräteträger sind: Michael Lenz, Thomas Lenz (beide Geldersheim), Alexander Mika, Peter Heupel (beide Hausen), Florian Kupfer (Mainberg), Daniel Kraus, Jürgen Kraus (beide Pfändhausen), Alexander Tollkühn, Florian Hümpfer, Markus Kippes, Matthias Vogel (alle Schonungen), Andreas Berg (Schwebheim), Rainer Seufert, Philip Volk (beide Wipfeld)

Auch für 2006 ist es dem LFV gelungen, mit Hilfe der Versicherungskammer Bayern den Kaufpreis eines BE/BA-Materialkoffers deutlich zu senken. Ziel dieser Aktion ist es, zum einen die Grundausstattung an der Basis weiter auszubauen und andererseits die dem LFV angeschlossenen Feuerwehren bei einem Kauf finanziell zu unterstützen.

Die Stückzahl der bezuschussten Materialkoffer muss jedoch aus finanziellen Gründen auf 60 Stück begrenzt werden. Um möglichst vielen Feuerwehren die Möglichkeit zu bieten dieses Angebot zu nutzen, wird die Bestellung auf einen Koffer pro Feuerwehr begrenzt. Die Reihenfolge der Bestelleingänge entscheidet über die Zuteilung des Zuschusses.

Für die ersten 60 Bestellungen, die bis 28. Februar 2006 eingehen, wird ein Zuschuss in Höhe von 150 Euro gewährt.

Der Kaufpreis beträgt somit statt 525 Euro nur noch ...

375 Euro inkl. MwSt.

Die Auslieferung bzw. Übergabe der Koffer erfolgt dezentral auf Bezirksebene. Somit können auch die Kosten für den Versand entfallen.

Bestellungen werden ab sofort durch die Geschäftsstelle des LFV Bayern e. V., Pündterplatz 5, 80803 München, Fax: 089 388372-18, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegengenommen!

Das Bayerische Staatsministerium des Innern weist in einem Schreiben vom 25.01.2006 auf Einsatzhinweise hin, die das Innenministerium von Baden-Württemberg nach dem tödlichen Unfall bei einem Einsatz in Tübingen erarbeitet hat, bei dem Druckluftschaum als Löschmittel verwendet wurde und dabei durch Wärmebeaufschlagung ein Druckschlauch zerplatzt ist.

Die Hinweise des baden-württembergischen Innenministeriums lauten:

Im Rahmen der Untersuchung bzw. Nachbearbeitung des tödlichen Unfalls in Tübingen wurde in einem Praxisversuch beobachtet, dass Druckschläuche nach DIN 14811 beim Fördern von Druckluftschaum unter Wärmeeinwirkung wesentlich schneller zerplatzen können als dies bei mit Wasser gefüllten Schläuchen der Fall ist.

Sachstand:
Im praktischen Versuch versagten mit Wasser gefüllte Druckschläuche unter Beflammung durch brennende Holzstücke – vergleichbar einer Temperaturbelastung durch Brandschutt oder durch herab fallendes Brandgut - selbst nach mehreren Minuten nicht, während der mit Druckluftschaum gefüllte Schlauch bei vergleichbarer Temperaturbeaufschlagung nach kurzer Zeit (innerhalb einer Minute) zerplatzte.

Erläuterung:
Dieses Verhalten könnte mit der fehlenden Wärmeabführung im Schlauch bei der Förderung von Druckluftschaum erklärbar sein. Wasser führt die von außen auf das Schlauchmaterial einwirkende Wärme weitestgehend ab. Bei Druckluftschaum ist dieser Kühleffekt je nach Wasseranteil im Schaum weitaus geringer. Bei Unterbrechung der Förderung des Druckluftschaums („Wasser halt!“) ist sogar davon auszugehen, dass überhaupt keine Kühlwirkung mehr vorhanden ist, weil der Schaum in dem von der Wärme beaufschlagten Schlauchabschnitt sofort zerfällt und im Schlauch dann nur noch komprimierte Luft vorhanden ist. Das Schlauchmaterial verliert in der Folge seine Festigkeit und versagt. Die Art und das Alter des verwendeten Schlauchmaterials haben hierauf vermutlich keine praxisrelevante Auswirkung.
Da das schnelle Platzen der Druckschläuche beim Vorgehen im Innenangriff zu gefährlichen Situationen für die vorgehenden Angriffstrupps führen kann, werden die Feuerwehren hiermit umgehend über dieses bisher so nicht bekannte Risiko informiert. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass dies auch bei Wasser gefüllten Schläuchen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Der Normtest nach DIN 14811 schreibt hier bei punktueller Beanspruchung eine Brenndauer von nur zehn Sekunden vor.

Verhaltenshinweis:
Den Feuerwehren mit Druckluftschaumanlagen wird empfohlen, beim Löscheinsatz auf die Förderung von Druckluftschaum in Druckschläuchen dann zu verzichten bzw. dem Wasser-/Schaummittelgemisch keine Druckluft zuzuführen, wenn die Möglichkeit einer Wärmebeaufschlagung der Druckschläuche beispielsweise durch glühende, brennende oder anderweitig erwärmte Teile besteht. Im Innenangriff sollte immer die Stellung „Nass“ nach DIN V 14430 gewählt werden. Grundsätzlich sollte immer die Möglichkeit der Wärmebeaufschlagung im Brandeinsatz unabhängig vom Löschmittel beachtet werden.

Beispiel:
In der praktischen Umsetzung bedeutet dies beispielsweise, dass beim Löschen eines Zimmerbrandes in einem in Massivbauweise erstellten Gebäude Druckluftschaum eingesetzt werden kann. Bei einem Wohnungsbrand hingegen, bei dem der Angriffstrupp über abgelöschte Bereiche – wie z.B. den Flur – in weitere Räume vorgeht, sollte kein Druckluftschaum mehr verwendet werden. Gleichwohl kann dem Löschwasser dann das Schaummittel weiterhin zugeführt werden, was ebenfalls zu einer verbesserten Löschwirkung beiträgt.

Diese Warnhinweise werden vorsorglich und trotz des noch fehlenden wissenschaftlichen Nachweises im Interesse der Sicherheit der Feuerwehrangehörigen gegeben. Insbesondere muss vor einer abschließenden Bewertung des Druckluftschaumverfahrens genauestens die Frage des unterschiedlichen Wärmeverhaltens geprüft werden. Genauere bzw. weitere Festlegungen sollen zu gegebener Zeit in Abstimmung mit dem Fachnormenausschuss Feuerwehrwesen erfolgen.

Alternativ kann der Text auch als PDF-Datei heruntergeladen werden (z.B. zum Ausdrucken als Aushang im Feuerwehrhaus).

Die Jugendfeuerwehr Schonungen veranstaltet am Samstag, den 1. April 2006 einen Schwimmwettbewerb im Schonunger Schwimmbad. Teilnehmen können alle aktiven Jugendfeuerwehrler zwischen 12 und 18 Jahren.

Alle weiteren Informationen können der Ausschreibung entnommen werden, die auch ein Anmeldeformular enthält. Die Ausschreibung kann hier heruntergeladen werden.

Anmerkung: In der Ausschreibung ist als Anmeldeschluss fälschlicherweise Samstag, 01.03.06 angegeben. Richtig ist Mittwoch, 01.03.06.

Weitere Anmerkung vom 06.03.2006: Der Anmeldeschluss wurde verlängert bis Dienstag, 14.03.2006.

Weitere Informationen gibt es unter www.jugendfeuerwehr-schonungen.de.

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