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Dienstag, 05 Juli 2016 22:16

Kreisbrandinspektor Gottfried Schemm verabschiedet

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Er war unter anderem Leiter einer Schulfeuerwehr, Leitender Notfallseelsorger, Brandschutzbeauftragter, Bootsführer, Ausbilder und Gastdozent an Feuerwehrschulen – und nicht zuletzt Kreisbrandinspektor. Gottfried Schemm ohne Feuerwehr und Feuerwehr ohne Gottfried Schemm, das war bisher eigentlich undenkbar. 
Doch am Freitag legte Schemm das Amt der Inspektion für den südlichen Landkreis in die jüngeren Hände von Alexander Bönig (Unterspiesheim).
Als eine Persönlichkeit, die das Feuerwehrwesen im Landkreis geprägt hat, würdigte Landrat Florian Töpper im Landratsamt den scheidenden Inspektor. 15 Jahre lang habe der Gerolzhöfer den südlichen Landkreis hervorragend betreut.

Pädagoge bei der Feuerwehr

Sein Hauptberuf als Lehrer für Deutsch und Religion am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach habe dem Oberstudienrat auch bei der Feuerwehr genutzt. Die pädagiogischen Fähigkeiten eines Lehrers stellte er bei seiner ehrenamtlichen Arbeit zur Verfügung, besonders im Umgang mit dem Nachwuchs, attestierte Töpper. Schon in seiner Jugendzeit gelangte der aus einer alten Feuerwehrfamilie stammende Schemm in seinem Heimatort Wilhermsdorf rasch in Führungspositionen. 1988 kam er nach Gerolzhofen und wurde im gleichen Jahr aktives Mitglied der Feuerwehr. Dort war er Maschinist, Ausbilder Funk und Jugendwart. Von 1996 bis 2002 war er stellvertretender Kommandant der Gerolzhöfer Stützpunktfeuerwehr. Seit Ende 1995 ist Schemm Fachberater der Seelsorge für Feuerwehr und Rettungsdienst. Von 2000 bis 2001 war er Kreisbrandmeister und stieg bereits am 1. Mai 2001 zum Kreisbrandsinspektor auf. Seit 2000 unterrichtet er an den Staatlichen Feuerwehrschulen Würzburg und Regensburg in den Lehrgängen „Jugendwart“ und „Ausbilder in der Feuerwehr“. Bei Leistungsprüfungen von Feuerwehren fungierte er als Schiedsrichter. Am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach gründete Schemm 1984 die Schulfeuerwehr. Seitdem kümmerte er sich dort um die Beschaffung von Ausrüstung, Fahrzeugen und Unterkünften. Die Schulfeuerwehr hat derzeit 15 Mitglieder und verfügt über ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit kompletter feuerwehrtechnischer Beladung. Unter den zahlreichen Auszeichnungen ragen das Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens, die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr in Bayern in Silber und das bayerische Ehrenkreuz in Gold heraus.

Offen und zielstrebig

Töpper sah als Schemms große Stärken das Werben um die Jugend, die Offenheit in der Begegnung mit anderen und die Konsequenz in der Verfolgung von Zielen. Als Dank des Landkreises überreichte Töpper Urkunde und Wappenteller. Kreisbrandrat Holger Strunk (Eßleben) blickte auf zahlreiche gemeinsame Erlebnisse zurück.
Ihre Bestellungsurkunden erhielten Alexander Bönig, der Schemm als Kreisbrandinspektor nachfolgt. Bönig: „Ich bin mir bewusst, dass ich in große Fußstapfen trete.“ Bönig war bisher Kreisbrandmeister, seine Position im Kreisbrandmeister-Bereich 10 nimmt künftig Daniel Scheller aus Stammheim ein.
Gottfried Schemm fasste sich kurz: In den letzten Wochen seiner Amtszeit sei es noch einmal knüppeldick gekommen durch Blitzeinschläge und den Brückeneinsturz bei Schraudenbach. Gerade ein Ereignis wie letztgenanntes sei ihm vorher erspart geblieben.
Die eher amtlich-nüchtern verlaufene Abschiedsfeier lockerte dann zur Überraschung (fast) aller die 20-köpfige Feuerwehrkapelle des Altlandkreises Gerolzhofen auf. Fränkische Blasmusik in den Gemäuern des Landratsamtes gibt es auch nicht jeden Tag. Auch wenn Schemm eigentlich Rock-Fan ist, er ließ sich trotzdem ein bisschen mitreißen. Am Ende konnte er es sich aber nicht verkneifen, in seiner trockenen Art zu fragen: „Könnt ihr auch ,Smoke on the water‘?“
Bericht: Mainpost
Fotos: Landratsamt Schweinfurt