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Retter von Übermorgen - Die Kinderfeuerwehr

"Wenn ich groß bin, werde ich einmal Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau!", der Traum vieler Kindergarten- und Grundschulkinder. Denn wer kann schon einfach an den roten Riesen und dem schweren Gerät der Feuerwehr vorbeigehen, ohne dabei ins Staunen zu geraten?
Im Kindergarten und in der 3. Klasse lernen die Kinder im Zuge der Brandschutzerziehung die Feuerwehr kennen und spätestens dabei die meisten auch lieben. Doch in der Vergangenheit mussten unsere kleinen Fans immer vertröstet werden, bis sie 12 Jahre alt waren und in die Jugendfeuerwehr einsteigen konnten. Denn im bayerischen Feuerwehrgesetz war bis Juli 2017 das Mindesteintrittsalter für die Feuerwehr auf 12 Jahre festgesetzt. Wenn man nun als Fünf- bzw. Neunjährige(r) warten muss, bis man endlich 12 Jahre alt ist, vergeht einem oft die Lust und auch die Zeit, in die Jugendfeuerwehr einzutreten. Darum hat der Bayerische Landesfeuerwehrverband im Jahr 2016 eine Unfallversicherung bei der Versicherungskammer Bayern (VKB) abgeschlossen, über die Mitglieder einer Kinderfeuerwehr versichert sind. Vor diesem Abkommen hatte der zugehörige Verein einer Kinderfeuerwehr die Kosten für den Versicherungsschutz selbst tragen müssen. Mit diesem Angebot der VKB, wurde es den Feuerwehren wesentlich leichter gemacht, einen neuen Schritt zu gehen. Einen Schritt in die Zukunft. In unserem Landkreis ist im Mai 2016 die Kinderfeuerwehr in Dittelbrunn und im Frühjahr 2017 in Donnersdorf erfolgreich gegründet worden. Weitere sind im Landkreis in Planung.

Um einen noch besseren Versicherungsschutz für die kleinen Schützlinge zu gewährleisten und die Kinderfeuerwehr, wie auch die Jugendfeuerwehr, unter die gemeindliche Einrichtung der aktiven Feuerwehr laufen zu lassen, hat der bayerische Landtag am 21.06.2017 das Feuerwehrgesetz geändert und das Eintrittsalter in die Feuerwehr auf 6 Jahre herabgesetzt.

Doch was bringt die Kinderfeuerwehr?

Als Kontrast zur heutigen digitalisierten und ichbezogenen Welt gibt sie den Kindern die Möglichkeit, Gemeinschaft, Tradition, Wir-Gefühl und soziales Engagement zu erleben sowie Freunde, Ausgleich und Mut zu finden.

In den Gruppenstunden, lernen die Kinder, was es heißt, gemeinsam etwas zu schaffen. Dabei findet man natürlich auch neue Freunde und kann hier gemeinsam seine Zeit sinnvoll verbringen. Die meisten Feuerwehren bestehen schon seit vielen Jahren und haben ihre Traditionen, wie z.B. Maibaum aufstellen. Es ist wichtig, solch einen Kulturschatz an unseren Nachwuchs weiter zu geben und die Kinder schon früh dabei einzubeziehen, denn ist es nicht toll, etwas für die Gemeinschaft zu tun? Das alles und noch viel mehr, lernen die Kinder ganz nebenbei ohne Leistungsdruck, fernab vom Schulstress, in der Gruppenstunde der Kinderfeuerwehr oder bei gemeinsamen Veranstaltungen. Bei den Treffen erwartet die Kinder ein vielfältiges Programm, bei dem vor allem Spiel und Spaß im Vordergrund stehen. Bastelstunden, Backen, Spielen, Experimentieren, Wasserspaß, Erste Hilfe, das richtige Verhalten in Gefahrensituationen, Absetzen eines Notrufs, Besuch der Integrierten Leitstelle oder der Nachbarwehren, aber natürlich auch Feuerwehrwissen sind die Themen für die Retter von Übermorgen. Wenn Sie, liebe Eltern, Ihren Kindern eine Freizeitbeschäftigung ermöglichen möchten, bei der Ihre Kinder für ihr Leben lernen und dazu noch Spaß haben, dann lassen Sie sie in eine Kinderfeuerwehr eintreten. Schenken Sie ihnen die Zeit.

Doch nicht nur die Kinder werden von diesem tollen Angebot profitieren, auch einer Feuerwehr bringt die Kinderfeuerwehr Vorteile. Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass es zunehmend schwieriger wird, neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen. Eine Kinderfeuerwehr kann man als eine langfristig angelegte Investition in die Mitgliedergewinnung verstehen, die sich nach ein paar Jahren auszahlen wird. Außerdem öffnen die Kinder den Zugang zu ihren Familien und sicher kann hierdurch das eine oder andere Mitglied sogar kurzfristig für den Feuerwehrverein oder für die aktive Wehr begeistert werden. Zu guter Letzt erhält die Feuerwehr von der VKB einen Zuschuss in Höhe von 150 € zur Gründung einer Kindergruppe.

Somit ergibt sich eine Win-Win-Situation für alle. Kinderfeuerwehren sind noch nicht flächendeckend eingeführt. Der Apell geht daher an alle Feuerwehren, Mut zu haben und den Schritt in die Zukunft zu wagen. Auch in 20 und 30 Jahren brauchen wir noch Helfer und Retter, denn alles kann man nicht mit Maschinen ersetzen und jeder einzelne von uns kann in die Situation kommen, in der er auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen ist. Dann sind hoffentlich genug Einsatzkräfte da, die Hilfe leisten können. Darum liebe Bürgermeister, Kommandanten und Vorstände sagt JA zur Kinderfeuerwehr.