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Montag, 01 September 2014 14:14

Digitalfunk im Landkreis Schweinfurt ein voller Erfolg

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Kreisbrandrat Holger Strunk zieht nach drei Monaten positive Bilanz.
Auch bei Fendt-Feldtagen war Digitalfunk bereits im Einsatz


Landkreis Schweinfurt. Die Feuerwehren des Landkreises Schweinfurt ziehen nach mehr als drei Monaten Erprobung und Testphasen eine durchweg positive Bilanz bei der Einführung des neuen digitalen Funknetzes. „Zahlreiche Übungen und Realeinsätze haben die Tauglichkeit und Zuverlässigkeit der Technik und des Netzes bewiesen“, berichtet Kreisbrandrat (KBR) Holger Strunk.

Das abhörsichere digitale Funknetz für alle „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (BOS) wird derzeit bayern- und bundesweit eingeführt. Das seit etwa 1970 von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) genutzte analoge Funknetz wird demnächst auch im Landkreis Schweinfurt vom digitalen Funk abgelöst.

Der „Erweiterte Probebetrieb“ (ePb), der Anfang Juni in Unterfranken offiziell gestartet wurde, dient vornehmlich den regional ansässigen Feuerwehren und Hilfsorganisationen dazu, den Digitalfunk in ihrem Einsatzgebiet auf Herz und Nieren zu prüfen. „Neben der reinen flächenmässigen Versorgung ist auch die Qualität und Stabilität des neuen Funknetzes für unsere Einsatzkräfte von entscheidender Bedeutung“, betont Kreisbrandrat Holger Strunk. „Reine theoretische Berechnungen und stichpunktartige Messungen helfen bei der Beurteilung nur wenig weiter. Was zählt, ist die Praxis“, so Strunk.

Dazu hat der Landkreis mit seinen fünf ehrenamtlichen, für die Digitalfunkeinführung verantwortlichen, Fach-Kreisbrandmeistern (KBM) eine ganze Reihe von Prüfungen und Messungen durchgeführt. Insgesamt wurden bei landkreisweiten Messfahrten der KBM rund 16.000 Messpunkte bei etwa 3000 Kilometern erfasst.

„Unser besonderes Augenmerk lag auf Ortschaften und Einsatzschwerpunkten, bei denen wir seit Jahren mit dem analogen Funk immer wieder Probleme haben“, erklärt KBR Strunk. „Umso erfreuter waren wir nach Auswertung der Daten, dass die Einsatzkräfte beim Digitalfunk mit einer enormen Verbesserung rechnen dürfen. Es gibt zukünftig bei der Funkversorgung der Feuerwehren nur noch sehr wenige, kleine‚ weiße Flecken auf der Landkreiskarte.“ Diese wurden an die zuständige Abteilung im Innenministerium gemeldet, damit hier noch nachgebessert werden kann. „Insgesamt können wir von einer sehr guten bis hervorragenden Versorgung im Kreisgebiet sprechen.“

Doch auch die Praxis kam in den vergangenen Wochen und Monaten nicht zu kurz. Dank der vorhandenen Leihgeräte konnten zahlreiche geplante Einsätze im gesamten Kreisgebiet mit Digitalfunk betrieben werden: Verschiedene Übungen und Ausbildungsveranstaltungen der Feuerwehren, z.B. die Verkehrsabsicherung zur Eröffnung des Nordstrandes am Ellertshäuser See im Juli, verschiedene Verkehrsabsicherungen bei Festen und Veranstaltungen im Landkreis, sowie ein die Organisationen übergreifendes Ausbildungswochenende am Zabelstein.

Eine Besonderheit stellte auch ein ungeplanter „Echteinsatz“ dar: Bei der Suche nach einer vermissten Person in einem Waldgebiet konnten sich die Einsatzkräfte über den gewohnten Analogfunk nicht über die notwendige Distanz verständigen. Kurzerhand wurden die vorhandenen Digitalfunkgeräte in den Echteinsatz eingebunden und halfen damit, die Personensuche kurzfristig erfolgreich zu beenden.

Ende August durfte sich der Digitalfunk dann bei einem echten Großeinsatz beweisen. Der Fendt-Feldtag am Gut Wadenbrunn bei Kolitzheim mit seinen etwa 60.000 Besuchern verlangte nach einer zuverlässigen und sicheren Kommunikation unter den Einsatzkräften. Neben rund 70 Feuerwehrleuten der Gemeinde Kolitzheim hatten die Funker und Fernmelder der „Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter“ (UG-ÖEL) rund um die Einsatzleiter KBR Holger Strunk und KBM Alexander Bönig noch Ansprechpartner von Polizei, THW und dem Rettungsdienst zu koordinieren. Auch Landrat Florian Töpper besuchte die Einsatzkräfte in Wadenbrunn und unterstrich, dass die gute Koordination der Digitalfunkeinführung im Landkreis durch die Fachkreisbrandmeister nun sichtbar Früchte trage.

„Eine ständige Verbindung zu den anderen Landes- und Bundesorganisationen wie Polizei und THW mit ihren eigenen Strukturen und Funkgeräten ist in einem solchen Einsatz sehr wichtig“, erläutern Christoph Steger und Frank Tonat, beide Fach-KBM für die Funkkommunikation. „Nach unterschiedlichen Berichten aus anderen Regionen Deutschlands waren wir umso erfreuter, als die Kommunikation mit Rettungsdienst, Polizei und THW ohne Vorplanung und trotz unterschiedlicher Funkgerätetypen und -hersteller sowie ganz anderer Organisationsstrukturen auf Anhieb funktioniert hat“ ,ergänzt Frank Tonat, der für die technische Ausstattung der Einsatzleitung auf dem Feldtag verantwortlich war.

Die positive Bilanz der vergangenen Wochen bei verschiedenen geplanten und ungeplanten Einsätzen lässt die Vorfreude der Feuerwehren im Landkreis auf die neue Technik weiter ansteigen. Neben der hervorragenden Sprachqualität und abhörsicherer, weil verschlüsselter, Kommunikation kommen jetzt auch die Sicherheit und die bewiesene Verlässlichkeit der neuen Technik dazu.

„Mit dem neuen Digitalfunknetz der BOS gewährleisten wir die Erreichbarkeit und zuverlässige Kommunikation unserer Einsatzkräfte bei ihrer täglichen Arbeit, egal ob von Feuerwehr, Polizei, THW, Rettungsdienst, Wasser- oder Bergrettung“, kommentiert KBR Holger Strunk. „Wenn alles weiterhin wie geplant funktioniert, werden die Feuerwehren gegen Jahresende mit der neuen Technik ausgestattet sein.“ Bis dahin müssen noch viele Einsatzkräfte im Landkreis in die neue Technik eingewiesen werden. Laut KBR Strunk hatten jedoch selbst „altgediente Kollegen“ keinerlei Schwierigkeiten die neuen Geräte nach kurzer Einweisung sofort sicher zu nutzen und zu bedienen.


Bilder:
Kreisbrandrat Holger Strunk (Landratsamt Schweinfurt)
Digitalfunkeinsatz in Wadenbrunn (Kreisfeuerwehrverband Schweinfurt)